Rezension „Das unglaubliche Leben des Wallace Price“

Klappentext:

Der erfolgsverwöhnte Anwalt Wallace Price kennt nur drei Dinge: Arbeit, Arbeit und noch mal Arbeit. Es kommt ihm daher äußerst ungelegen, als er eines Tages tot umfällt und in der Zwischenwelt landet. Dort erwartet ihn der Wächter Hugo, der Wallace auf seine Reise ins Jenseits vorbereiten soll. Doch Wallace ist noch nicht bereit, und so wird ihm Zeit gewährt, um seine Angelegenheiten zu ordnen. Zeit, in der Wallace den wahren Sinn des Lebens entdeckt. Und die Liebe findet …

Meine Meinung:

Ich bin sehr froh, dass das Originalcover übernommen wurde, weil ich es passend finde. Das abgebildete Haus entspricht meinen Vorstellungen von dem Teeladen, in dem der Protagonist Wallace nach seinem Tod festhängt. Auch der Hirsch, dessen Schatten zu sehen ist, hat eine Bedeutung in der Geschichte. Allerdings hätte man die Anmerkung zu dem anderen Buch des Autors nicht auf das Cover drücken müssen.

Diesen anderen Roman („Mr Parnassus‘ Heim für magisch Begabte“) habe ich ebenfalls gelesen und geliebt, weshalb ich auf seine neues Buches gespannt war. Den Schreibstil von T.J. Klune habe ich direkt wiedererkannt, denn er ist mit einer Prise trockenen Humor gespickt. Besonders faszinierend finde ich, wie er Weisheiten in seine Geschichten einwebt, ohne sie den Leser aufdringlich einzuhämmern. Hier geht es viel um den Tod, aber auch das Leben. Wenn man sich mit dieser Thematik aktuell schwer tut, sollte man einen Bogen um „Das unglaubliche Leben des Wallace Price“ machen.

Es wird ausschließlich aus der Sicht von Wallace Price erzählt. Zu Beginn ist er ein Anwalt, für den außer seiner Arbeit und seinem dortigen Erfolg nichts zählt, bevor er dann einem plötzlich Herzinfarkt erliegt. Man braucht auch etwas Zeit bis einem Wallace sympathisch wird, da er als Lebender kein besonders netter Mensch war. Doch als er nach seinem Tod zwangsläufig Zeit mit der Sensenfrau Mei und dem Fährmann Hugo, sowie dessen Großvater und Hund verbringt, ändert er sich. Durch diese anderen Menschen erkennt er, wie einsam er die letzten Jahre war und was eigentlich im Leben zählt. Ich fand aber Wallaces Wandlung authentisch und nicht zu übereilt. Im Laufe der Geschichte ist er mir sehr ans Herz gewachsen.

Aber auch die ganzen weiteren Charaktere, die in der Teestube leben, sind vielschichtig, eigen und einfach sympathisch. Es war schön, wie sie Wallace die Zeit gegeben haben, sich an seine neue Situation zu gewöhnen und ihm sein anfängliches Verhalten nicht nachgetragen habe. Ich hätte am liebsten selbst Zeit mit ihnen in der Teestube verbracht und gemeinsam Tee getrunken. Man lernt auch andere Figuren kennen, die mit ihren eigenen Erlebnissen mit dem Tod und Trauer zu kämpfen haben.

Die verschieden Schicksale von Wallace und Co. haben mich emotional sehr berührt, sodass ich beim Lesen einige Tränen verdrücken musste. Aber trotz einigen traurigen Momente ist in meinen Augen die Grundstimmung des Buches hoffnungsvoll und es gab ebenfalls viele Szenen, die mich zum Lächeln oder Schmunzeln gebracht haben.

Insgesamt ist der Roman für mich wieder ein Highlight, das mir im Gedächtnis bleiben wird. Allerdings es für mich nicht so ein absolutes Lebenshighlight wie „Mr Parnassus‘ Heim für magisch Begabte“.

Fazit: 5/5⭐️

Absolute Leseempfehlung

*Rezensionsexemplar

Rezension „Worlds Collide“

Klappentext:

Wenn Welten aufeinanderprallen

Fiona hat es geschafft: Sie ist eine der erfolgreichsten Beauty-YouTuber:innen Englands, reist von Event zu Event und wird schon bald eine eigene Make-up-Linie herausbringen. Aber ihr Leben war nicht immer so glamourös. Aufgewachsen in einer finanziell schwachen Familie, nutzt sie jetzt ihre Reichweite, um anderen zu helfen. Ihr gutes Image gerät allerdings ins Wanken, als YouTuber Demian einen Skandal aufdeckt, in den Fiona unfreiwillig verwickelt ist. Auf einer Convention will sie ihren guten Ruf retten – doch dann sitzt bei dem Panel ausgerechnet Demian neben ihr …

Meine Meinung:

Ich finde das Cover ästhetisch, was in meinen Augen zur Protagonistin, der Beauty YouTuberin Fiona, passt.

Dabei muss ich sagen, dass ich zwar im Buchbereich online aktiv bin, aber mit dem Beauty-Bereich von Social Media nie Kontakt hatte. Daher war ich sehr auf diese Geschichte gespannt. Die Umsetzung hat mir auch gut gefallen, weil viele Seiten beleuchtet werden. Alles fühlte sich so realistisch und authentisch an, dass ich extrem mit Fiona mitgehört und mitgebangt habe. Mir war beim Lesen oft zum Verzweifeln zu Mute.

Das lag auch daran, dass mir Fiona von Anfang an sympathisch war. Obwohl ich nie eine Leidenschaft für Schminke entwickelt habe, konnte ich nachvollziehen, warum es für sie so wichtig ist. In ihrem Leben musste Fiona schon mit vielen Widrigkeiten zurechtkommen, doch sie hat für ihren Traum, als Beauty-YouTuberin arbeiten zu können, stets gekämpft und sich nie aufhalten lassen. Dabei ist an ihr nichts unehrlich oder egoistisch, weshalb es sehr unfair war, dass ihr Image den meisten Schaden nimmt, obwohl sie am Skandal, in den sie verwickelt wurde, am unschuldigsten war. Aber ihr Weg im Laufe des Buches habe ich sehr gerne miterlebt.

Damian, der den Skandal erst aufgedeckt hatte und aus dessen Sicht dieser Roman ebenfalls geschrieben ist, macht ebenfalls eine tolle Entwicklung durch. Seine Leidenschaft ist die Astronomie und sein Skandal-YouTube-Kanal für ihn eher Mittel zum Zweck. Ich konnte verstehen, warum ihn Social Media Stars, die ihre Reichweite nur für ihr eigenes Zwecke missbrauchen, aufregen. Allerdings machen ihm Schlammschlachten keinen Spaß und er sieht auch seine Fehler ein.

Der Start zwischen Fiona und Damian ist sehr, sehr holprig, da Damian nun einmal für Fionas Image-Verlust mitverantwortlich ist und er sie auch für schuldig hält. Ich fand es erfrischend, dass sich die beiden auch am Anfang entsprechend nicht besonders möchten und auf körperliche Anziehung verzichtet wurde. Zwischen ihnen geht es wirklich sehr langsam voran, aber so habe ich ihnen ihre Gefühle auch immer abgenommen. Erst als sie beginnen, zusammen zu arbeiten und auch ihre jeweiligen guten Seiten kennen lernen, merken sie, dass ihnen der andere gefällt. Ich mochte alle ihre Interaktionen, sowohl die feindlich gesinnten am Anfang, als sie sich nicht einschüchtern lassen und einander offen ihre ehrliche Meinungen sagen, als auch die friedlichen, in denen sie einander unterstützen. Die beiden passen gut zusammen, weil sie leidenschaftlich, zuverlässig und ehrlich sind. Doch in einigen Punkten sind sie auch verschiedenen, sodass sie sich ergänzen. Während z.B. Fiona immer das Gute in ihren Mitmenschen sieht, ist Damian eher skeptisch eingestellt.

Aber neben Social Media und der Liebesgeschichte spielen auch andere Beziehungen in dem Buch eine wichtige Rolle. Sowohl Fiona als auch Damian haben tolle Freunde, die ihnen immer den Rücken stärken und dabei aber auch Klartext mit ihnen reden. Doch eine ganz zentrale Rolle spielt Fionas Verhältnis zu ihrer Mutter, das man nur als toxisch beschreiben kann. Diese Mutter hat mich nun aufgeregt und mir tat Fiona so Leid. Auf der anderen Seite fand ich es auch mal gut, dass nicht die Romance, sondern eine andere Beziehung ungesunde Maße annimmt.

Insgesamt hat mir das Buch gefallen, auch wenn es für einen Liebesroman schon etwas dicker ist. Die Entwicklungen gehen eher langsam voran, sodass die Geschichte vielleicht nicht so vor Spannung sprüht, aber es gab auch keine nervigen Wiederholungen. Daher kann ich das Buch weiter empfehlen und ich freue mich schon auf die beiden weiteren Teile der Reihe.

Fazit: 4,25/5⭐️

Interessante Umsetzung des Social Media Themas

*Rezensionsexemplar

Rezension „Swimming in Light“

Klappentext:

Kann eine Lüge Wahrheit werden?

Ruffian will nur eins: seiner verstorbenen Mutter ein Denkmal setzen, indem er die obdachlosen Menschen, um die sie sich gekümmert hat, aus der bitteren Armut befreit. Dafür ist er sogar bereit, das Gesetz zu brechen und ins Gefängnis zu gehen. Als es ihm gelingt, sich in die Kreise der wohlhabenden Gesellschaft einzuschleichen, trifft er auf ein unerwartetes Hindernis: Teddi Burathon und ihre liebevolle Familie. Ein Kuss ist genug, um zu begreifen, dass Teddi die Eine für Ruffian ist. Aber um seinen Plan durchzuziehen, muss er sie belügen, ganz gleich, wie sehr sein Herz dabei blutet. Doch er hat nicht mit Teddis Entschlossenheit gerechnet, ihn vor sich selbst zu beschützen und für ihre Liebe zu kämpfen …

Meine Meinung:

Das Cover finde ich richtig schön, weil es ein bisschen wie ein Nachthimmel aussieht. Da der Protagonist Ruffian in seinem Leben bisher meist kein Dach über dem Kopf hatte, passt das Äußere auch etwas zum Inneren.

Der Inhalt dieser Geschichte hat mich natürlich noch mehr interessiert, denn der Klappentext klingt schon spannend und die Autorin hat sich schon mit Band 1 in meinem Gedächtnis festgesetzt. Besonders faszinierend an diesem Teil finde ich wieder den Hintergrund des Protagonisten Ruffians. Er ist quasi auf der Straße aufgewachsen, wo ihm seine Mutter ein ganz anderen Lebensstil vorgelebt hat, der aber neben Armut auch ganz viel Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein beinhaltet. Ich habe Ruffian sehr ins Herz geschlossen, da er immer nur an andere denkt und sich auch aufs Blut für sie einsetzt. Seine Idee, sich bei den Wohlhabenden zu bereichern, um den Armen zu helfen, konnte ich deshalb zwar nachvollziehen, aber er agiert auch sehr unbedacht und teils naiv.

Im Gegensatz zu ihm ist Teddi ist gut situiert aufgewachsen und musste sich daher nie mit gewissen Existenzängsten herumschlagen. Aber weder sie noch ihre Familie, die ich bereits im ersten Band geliebt habe, ist deshalb überheblich, sondern sie kümmern sich auch um Menschen, die es nicht so gut haben. Daher nehmen sie auch Ruffian bei sich auf. Über Teddi lernt man schnell, dass sie sich mit aller Leidenschaft und Hingabe um so genannte Partys kümmert, in denen jeweils ein großer Herzenswunsch einer sehr kranken Person erfüllt wird. Es war schön, dass hier nicht die Klischee von egozentrischen Cheerleadern oder Sportlern erfüllt werden, sondern diese Teddis Aktionen immer unterstützen. Auf jeden Fall steht Teddi Ruffian im Thema Selbstlosigkeit in gar nichts nach.

Zwischen den beiden war es Liebe auf den ersten Blick im wahrsten Sinn des Wortes. Die beiden sehen sich und finden einander auf Anhieb sehr anziehend. Da es sich für mich aber am Anfang „nur“ wie Verknalltheit anfühlte, fand ich es trotzdem sehr authentisch. Die tieferen Gefühle entstehen erst nach und nach, als die beiden mehr Zeit miteinander verbringen und erkennen, wie ähnlich sie ticken. Aber aufgrund ihrer grundverschiedenen Hintergründen lernen die beiden auch voneinander und ihrer beider Weltsichten vergrößern sich. Ich habe echt mit ihnen mitgefiebert, weil die Chemie stimmte und sie ein tolles Team sind. Selbst wenn sie sich uneinig sind, unterstützen sie sich in jeder Situation, vor allem wenn es wichtig ist.

Obwohl ich die beiden Protagonisten und ihre Romance toll fand, hatte ich leichte Probleme, in die Geschichte reinzukommen. Der Anfang war für mich etwas wirr bis dann Ruffian bei Teddis Familie ankommt. Es gab auch später einige Momente, die ich unlogisch fand, z.B. dass alle Ruffian Autofahren, obwohl er keinen Führerschein hat. Das passt für mich nicht zu den anderen Charakteren. Aber insgesamt sind die Nebenfiguren alle toll, sei es Teddis Familie, ihre Freunde oder Ruffians Gemeinschaft.

Für viel Spannung sorgten natürlich Ruffians Pläne, sich bei den Reichen zu bereichern, um es den Armen, also seiner Gemeinschaft, zu geben. Bei diesem Handlungsstrang habe ich mitgefiebert, obwohl sich Ruffian in meinen Augen immer wieder im Kreis drehte. Trotzdem wird diese Geschichte in meinem Kopf bleiben. Der Schluss war mir vielleicht etwas zu viel des Guten, aber gleichzeitig bin zufrieden, wie es mit den Charakteren endet.

Alles in allem kann ich das Buch empfehlen und werde die Romane von Debra Anastasia weiter im Blick haben. Sie hat einen schönen empfindsamen Schreibstil und ganz besonders mag ich ihre außergewöhnliche Geschichten, die auch andere Gesellschaftsschichten im Blick haben.

Fazit: 4/5⭐️

Außergewöhnliche Geschichte

*Rezensionsexemplar

Lese- & Hörmonat April 2022

Ich habe im letzten Monat 8 Bücher (inkl. 5 eBooks) und ganze 9 Hörbücher konsumiert.

1. 📱Right Now. Keep me warm* (2) – Anne Pätzold: 3⭐️

Rezension auf dem Blog

2. Eine Krone aus Feuer und Sternen (1) – Audrey Coulhorst: 3,5⭐️

3. 🎧 Zorn der Engel (2) – Marah Woolf: 3,5⭐️

Sprecherin: Ann Vielhaben

4.📱Swimming in Light* (2) – Debra Anastasia: 4⭐️

Rezension folgt…

5.📱Golden Hills. Touches* (1) – Nicole Böhm: 4⭐️

Rezension auf dem Blog

6. Back to Us – Morgane Moncomble: 4⭐️

7.📱The Second We Met 🇬🇧 (2) – Maya Hughes: 4⭐️

8.📱Worlds Collide* (1) – Anabelle Stehl: 4⭐️

Rezension folgt…

9. 🎧 Bridgerton. Der Duke & ich (1) – Julia Quinn: 4⭐️

Sprecherinnen: Dana Golombek von Senden & Cathlen Gawlich

10. 🎧 Bridgerton. Wie bezaubert man einen Viscount? (2) – Julia Quinn: 4⭐️

Sprecherinnen: Dana Golombek von Senden & Cathlen Gawlich

11. 🎧 Bridgerton. Wie verführt man einen Lord? (3) – Julia Quinn: 3,5⭐️

Sprecherinnen: Dana Golombek von Senden & Cathlen Gawlich

12. 🎧 Bridgerton. Penelopes pikantes Geheimnis (4) – Julia Quinn: 4⭐️

Sprecherinnen: Dana Golombek von Senden & Cathlen Gawlich

13. 🎧 Bridgerton. In Liebe, ihre Eloise (5) – Julia Quinn: 4⭐️

Sprecherin: Dana Golombek von Senden

14. 🎧 Bridgerton. Ein hinreißend verruchter Gentleman (6) – Julia Quinn: 4⭐️

Sprecherin: Dana Golombek von Senden

15. Bridgerton. Mitternachtsdiamanten (7) – Julia Quinn: 4⭐️

16. 🎧 Because of Miss Bridgerton 🇬🇧 (1) – Julia Quinn: 4⭐️

Sprecherin: Rosalyn Landor

17. 🎧 The Girl with the Make-Believe Husband 🇬🇧 (2) – Julia Quinn: 3,5⭐️

Sprecherin: Rosalyn Landor

📱eBook, 🇬🇧 Englisch, 🎧 Hörbuch, *Rezensionsexemplar

Rezension „Right Now. Keep Me Warm“

Klappentext:

Marleigh hat Angst. Angst davor, ihre Wohnung zu verlassen. Doch als sie gezwungen ist, zum ersten Mal seit Wochen wieder nach draußen zu gehen, trifft sie ausgerechnet auf Aaron – den Eiskunstläufer, dessen Videos sie an den dunkelsten Tagen über Wasser gehalten und ihr geholfen haben, die Realität wenigstens für einen kurzen Augenblick zu verdrängen. Was Marleigh jedoch nicht ahnt: Aaron, der ihr so viel Mut und Hoffnung gegeben hat, leidet selbst. Denn seit seinem Unfall vor drei Monaten hat er sich nicht mehr aufs Eis getraut …

Meine Meinung:

Ich mag am Cover seine Zartheit und Schlichtheit, wobei es mit den Händen trotzdem heraussticht.

Ebenfalls überzeugend war wieder der Schreibstil von Anne Pätzold. Sie schreibt unaufgeregt und trotzdem sehr eindringlich. Dadurch kamen die Gefühle der Protagonisten mir sehr nahe und gleichzeitig lässt sich das Buch leicht lesen.

Auf Aaron’s Geschichte war ich schon gespannt seit Band 1, weil ich wissen wollte, wie es mit ihm nach seinem Unfall beim Eiskunstlauf weiter geht.. Man spürt sehr stark, mit welchen psychischen Problemen er zu kämpfen hat. Der Gedanke an das Eislaufen, das seit Ewigkeiten seine Leidenschaft ist, versetzt ihn regelrecht in Angst, was mir sehr Leid tat. Man konnte seine Zerrissenheit in Bezug auf das Eislaufen sehr gut spüren. Ich konnte auf der einen Seite irgendwie verstehen, warum er sich nicht seiner Familie oder seine Eislaufpartnerin anvertrauen wollte. Aber auf der anderen Seite könnte er schon etwas Hilfe gebrauchen.

Diese bekommt er dann von Marleigh, die ebenfalls mit Angststörungen zu kämpfen hat, die sie noch mehr einschränken als Aaron. Sie traut sich aufgrund schlechter Erfahrungen von Mitschülern und Kommilitonen kaum vor der Tür. Dies ist ein sehr bedrückendes Gefühl, auch für den Leser. Dabei spürt man, dass sie sich eigentlich nach Gesellschaft sehnt. Richtig sympathisch war mir dann ihre Donutliebe, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht hat.

Per Zufall treffen dann Aaron und Marleigh aufeinander, als sie eine Art Nervenzusammenbruch erleidet, wobei er ihr hilft. Wegen ihrer beider Ängste, die sie ansonsten beide derzeit zu anderen Personen auf Abstand hält, fühlen sich Aaron und Marleigh einander verbunden. Sie verstehen sich gegenseitig besser als es andere könnten und sie beginnen sich, einander zu helfen. Es war richtig schön, mit welcher Verständnis und Ehrlichkeit sich die beiden begegnen. Sehr toll war es, wie sie sich gegenseitig Mut machen, sodass sie gemeinsam auch teilweise ihre Ängste überwinden können. Es werden aber auch die Schattenseiten einer Beziehung aufgezeigt, in der beide mit psychischen Problemen zu kämpfen haben. Obwohl ich ihre langsame Annäherung mochte, weil sie sich natürlich und authentisch anfühlte, erschienen die beiden mir mehr als platonische Freunde, vielleicht weil etwas die Leidenschaft fehlte. Trotzdem geben Aaron und Marleigh ein süßes Paar ab.

Die Beziehung zwischen den beide sowie ihre jeweiligen Ängste stehen klar im Zentrum der Geschichte. Dadurch bekam dies genug Raum, aber gleichzeitig war mir beim Lesen die Grenze zur Langeweile oft zu nah. Ich hätte mir einfach mehr Abwechslung gewünscht sowie mehr Interaktionen mit anderen Charakteren. Zwar gibt es schöne Szenen von Marleigh mit einer Nachbarin, die sich zur Freundin entwickelt, und von Aaron mit seinem Stiefbruder, aber es war mir nicht genug. So hatte vor allem die Beziehung von Aaron und seiner Eislaufpartnerin mehr Potential. Man bekommt generell wenig vom Eiskunstlauf oder von Marleighs musikalischen Hobbys mit.

Wenn man eine ruhige und ernste Geschichte lesen möchte, ist dieser Roman das richtige. Doch sollte man hier die Triggerwarnung ernst nehmen, denn an der einen oder anderen Stelle könnte dieses Buch den Leser schon runter ziehen.

Fazit: 3/5⭐️

Ruhig und einfühlsam

*Rezensionsexemplar

Rezension „Golden Hill. Touches“

Klappentext:

Parker erfüllt sich seinen größten Wunsch und kauft die Golden Hill Ranch zurück, die einst seinen Großeltern gehörte. Hier in Montana, im verschlafenen Städtchen Boulder Creek, möchte er eine Pferdetherapiestätte aufbauen. Doch seine Pläne stoßen bei der Dorfgemeinschaft auf Widerstand. Und auch Parkers Jugendliebe Clay ist zunächst nicht erfreut, ihn wiederzusehen. Dennoch entschließt sie sich, Parker und seine Idee zu unterstützen. Wenn da nur nicht dieses altbekannte Kribbeln wäre, das mit jeder Begegnung stärker wird …

Meine Meinung:

Ich habe mich ein bisschen ins Cover verliebt, weil die Landschaft im Sonnenaufgang zum Träumen einlädt.

Aber auch das Setting der Golden Hill Ranch fand ich toll. Es hat Spaß gemacht, mitzuerleben, wie der Protagonist Parker mit Unterstützung die Ranch seiner Großeltern wieder aufbaut. Die Idee mit der Pferdetherapie, die Parker mit seiner Schwester betreiben möchte, fand ich auch toll und wollte mit ihnen gemeinsam für ihr Projekt kämpfen. Pferdeliebhaber wird das Buch sicher gefallen, aber man muss nicht viel mit Pferden zu tun haben, um Freude an diesem Buch zu haben.

Man bekommt nämlich auch tolle Charaktere geboten, von denen ich Parker am liebsten mochte. Er lebte früher als Jugendlicher schon einmal kurz im Örtchen Boulder Creek, wo die Ranch steht, und fühlte sich dort wohl, was auch an seiner Jugendliebe Clay lag. Allerdings war sein damaliger Abgang unschön und ich fand es am Anfang traurig, dass fast alle Bürger von Boulder Creek ihm das immer noch nachtrugen. Umso mehr konnte mich Parkers Umgang mit ihnen überzeugen, da es ihnen nicht übel nahm, sondern sie von sich selbst und seinen Plänen für die Golden Hill Ranch überzeugen. Ich konnte seine Leidenschaft für das Projekt durchgehend spüren und es ließ sich auch von Problemen und Rückschritten nicht davon abbringen. Mir gefiel seine durchsetzungsfähige Art und seine liebevolle Seite, mit denen er Leuten wie seiner Oma, seiner Schwester oder Clay begegnet.

Clay selbst ist eine geselliger und tierliebe junge Frau, die ihr ganzes Leben in Boulder Creek verbracht hat und nie wegwollte. Sie möchte das machen, was sie will und ihre Zeit z.B. nicht an der Uni verschwenden. Ich mochte ihre tatkräftige Art, mit der sie alle Dinge angeht. Im Laufe des Buches macht sie auch noch schöne Entdeckungen über sich. Allerdings muss ich sagen, dass ich trotz aller Sympathie für Clay die Sichtweise von Parker spannender fand.

Richtig gut waren dann natürlich die Szenen, in denen die beiden aufeinander treffen und ihre Gefühle füreinander aus ihren Jugendtagen wieder aufflammen. Dabei war ich froh, dass es Rückblenden gab, sodass man die Momente ihrer ersten Verliebtheit miterleben kann. Ich muss auch sagen, dass ich das Kribbeln zwischen ihnen in den Vergangenheitskapitel am meisten spüren konnten. Ihr Kennenlernen war auch sehr amüsant. In der Gegenwart habe ich Clay und Parker ihre Gefühle zwar abgenommen, aber die Chemie kam nicht komplett bei mir an. Trotzdem gefielen sie mir als Paar, da sie sich perfekt ergänzen und sich gegenseitig respektieren. Sie unterstützen sich, weil sie immer die guten Absichten des anderen erkennen, selbst wenn ihre eigenen Gefühle zuvor verletzt wurden. Insgesamt habe ich mich gefreut, als die beiden sich wieder annähern, wobei sie auch ihre Vergangenheit aufarbeiten.

Insgesamt habe ich das Buch so weggeschmöckert. Der Schreibstil lässt sich locker lesen und mir gefiel die Beschreibung der Ranch. Daher freue ich mich schon sehr auf die weiteren Bände der Reihe, in denen man hoffentlich noch mehr von der Golden Hill Ranch mitbekommt. Nur gab es ein paar Aspekte in diesem Teil, die mir etwas zu kurz kamen. Dazu gehörten u.a. das Dorf Boulder Creek oder Parkers Vater. Aber es war mir nie langweilig beim Lesen, da besonders der Wiederaufbau der Ranch hin und wieder für Spannung sorgte.

Fazit: 4/5⭐️

Cooles Setting und zum Mitfiebern, trotz wenig Kribbeln zwischen den Protagonisten

*Rezensionsexemplar

Hörbuchrezension „Prison Healer. Die Schattenheilerin“

Klappentext:

Seit ihrer Kindheit lebt die siebzehnjährige Kiva in Zalindov, dem brutalsten Gefängnis von Wenderall. Als Heilerin kümmert sie sich um alle Insassen. Doch um die Rebellenkönigin zu retten, muss Kiva nicht nur herausfinden, woran Tilda erkrankt ist, sondern sich auch an ihrer Stelle dem Elementarurteil unterziehen: vier Prüfungen, die Tildas Schuld oder Unschuld beweisen sollen. Besteht Kiva, sind beide frei. Sollte sie scheitern, wird nicht nur die Rebellenkönigin sterben …

Meine Meinung:

Sprecherin:

Vorher habe ich noch kein Hörbuch von Nina Reithmeier gehört, aber es wird nicht mein letztes sein. Sie hat mir Kivas Gedanken, Ängste und andere Gefühle sehr eindringlich nahe gebracht, obwohl die Geschichte nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben ist. Die Sprecherin hat es geschafft, mich immer bei der Stange zu halten, sodass meine Gedanken nie weggeschleift sind.

Cover:

Das Cover mit Gitterstäben ist ziemlich cool und passend, da Kiva nun mal im Gefängnis sitzt, und da sie einen Weg heraussucht, macht auch das Schloss Sinn. Generell ist es spannend und macht mich von Anhieb neugierig.

Inhalt:

Aber auch der Klappentext selbst hat mein Interesse geweckt. Bisher habe ich noch kein Buch gelesen, dass im Gefängnis spielt und die düstere und bedrückende Stimmung wurde toll beschrieben. Ich hatte das Gefühl, gemeinsam mit Kiva in Zalindorf zu sein.

Mit ihr habe ich auch von Anfang an mitgefiebert, da sie sympathisch war. Doch besonders hat sie mich mit ihrer Standhaftigkeit und ihrem Mut überzeugt, wodurch sie es geschafft hat, jahrelang ohne große Schäden im Gefängnis zu überleben. Auch wenn sie aus Selbstschutz keine Beziehungen zu Mithäftlingen aufbauen möchte, merkt man ihre mitfühlende Art. Als Heilerin kümmerte sich um jeden Patienten gewissensvoll. Es war auch erfrischend, dass wir hier zwar eine starke Protagonistin habe, aber es sich nicht um die körperliche Kraft handelt. Ihre Stärke liegt in ihrem Inneren und in ihren Heilerkünsten. Aber es gibt auch einige Nebenfiguren, die mir ans Herz gewachsen sind und von denen ich noch viel mehr erfahren möchte.

Im Laufe der Geschichte erfährt man immer mehr über das Leben und die Gesellschaft in Zalindorf, was sehr vielschichtig und facettenreich beschrieben wird. Das gesamte Worldbuilding war sehr gut ausgearbeitet, weil auch die Außenwelt mit der Königsfamilie und die Rebellenbewegung miteinbezogen wird. Ich bin sehr gespannt, wie es in den zwei weiteren Bänden noch so weiter aufgebaut wird.

Die Geschichte nahm dann richtig Fahrt auf, als die Rebellenkönigin eingeliefert wird und Kivas Leben mit ihr verbunden wurde, indem sie in ihrem Namen an den vier Prüfungen des Elementarurteils teilnimmt. Diese Prüfungen waren alle sehr nervenaufreibend und gut inszeniert. Gemeinsam mit Kiva habe ich mir überlegt, wie die Aufgaben aussehen werden. Aber nicht alle wollen ihr Bestes und so war es spannend zu rätseln, wer wirklich auf ihrer Seite steht und wer möglicherweise eigene Pläne verfolgt. Auch wenn es hin und wieder Offenbarungen gab, die ich mir bereits zusammen reimen konnte, wurde ich auf der anderen Seite von Wendungen überrascht. Vor allem am Ende erfährt man Dinge, die mich komplett sprachlos gemacht haben. Das ändert vieles für den weiteren Verlauf der Reihe, sodass ich gar nicht mehr abwarten kann, weiterzulesen bzw. weiterzuhören.

Fazit: 4,5/5⭐️

Spannend und düster

*Rezensionsexemplar

Rezension „Where the Clouds move faster“

Klappentext:

Dunkle Wolken und stürmische Gefühle
Effie ist immer guter Laune. Doch jedes Jahr zu ihrem Geburtstag wird sie von einer tiefen Traurigkeit geplagt und zieht sich in ein kleines Cottage an der Küste zurück. Aber in diesem Jahr ist bereits ein Gast dort, und der weigert sich, nach einer anderen Bleibe zu suchen. Spontan beschließen die beiden, sich falsche Namen zu geben und ein paar Tage gemeinsam zu verbringen. Durch die Anonymität können sie einander viel mehr anvertrauen, als es ihnen sonst je möglich gewesen wäre. Bis sie zurück in ihre normalen Leben müssen und ihre Traumblase zu zerplatzen droht.

Meine Meinung:

Ich liebe die Cover von allen Bänden, aber aufgrund der Wolken ist dieser mein Favorit.

Generell war ich auf Evie’s Geschichte am meisten gespannt, da man von ihr irgendwie am wenigsten wusste. Sie war immer die fröhliche Schwester, um die man sich keine Sorgen muss und alle zum Lächeln bringt. Schön zu Beginn der Geschichte bekommt man mit, womit sie eigentlich im Inneren zu kämpfen. Es gibt einige Rückblicke zu Evie’s Erlebnisse mit dem abwesenden Vater, die mein Herz Stück für Stück gebrochen haben und doch perfekt erklärt haben, warum Evie so ist wie sie ist. Am liebsten hätte ich sie in den Arm genommen, weil sie ein herzensguter Mensch ist, die an das Gute in jedem glaubt. Aber sie hat eben auch ihre dunklen Momenten, sodass sie ihren Geburtstag immer allein in einer abgeschiedenen Hütte verbringt. Besonders glücklich hat mich gemacht, dass Evie sich im Laufe des Buches weiter entwickelt und sich ihren Schwestern öffnet, ohne Angst zu haben.

Sie lernt aber auch einen Mann kennen, der ihr Leben bereichert. Bevor ich den Klappentext las, hatte ich eine Liebesgeschichte zwischen ihr und ihrem besten Freund, der seit Jahren in sie verliebt ist, erwartet. Es war schön, dass hier nicht der üblichen Weg gegangen wird. So habe ich mich auch schnell in den wirklichen Love Interest Adair verliebt, dem Evie plötzlich in der Hütte gegenüber steht. Er ist auch lebensfroh und immer für Späße zu haben. Mit seiner offenen Arten war er mir sympathisch und besonders schön war es, wie er mit Evie umgegangen ist.

Zwischen den beiden fühlte es sich alles direkt sehr locker an, obwohl beide nicht mit der Gegenwart des jeweils anderen gerechnet haben und sich eigentlich nach Einsamkeit gesehnt haben. Aufgrund ihrer Anonymität haben sie keine Sorge, was der andere von ihnen denkt, wodurch sie hemmungslos offen zueinander sind. Ich fand das sehr realistisch, weil ich manchmal auch das Gefühl habe. Dadurch hat es mich gar nicht gestört, dass sich Evie und Adair doch ziemlich schnell annähern. Ich fand die beiden einfach toll und süß zusammen. Ihre gemeinsamen Momente haben mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und mein Herz erwärmt. Es kam dann doch irgendwann Drama auf, worauf ich in dieser Intensität verzichtet hätte können. Auch konnte mich einige Entwicklungen nicht überraschen, doch trotzdem hat mir alles in allem die Romance gefallen.

Aber auch das ganze drum herum konnte mich überzeugen. Ich liebe das Feeling der Shetland Inseln mit seiner rauen Natur und den kleinen Ortschaften, die die Bürger zusammen schweißt. Dort hält jeder zusammen, ganz besonders die drei Schwestern, die im Mittelpunkt der Reihe stehen. Sie sind eine eingeschworene Gemeinschaft, was sich auch niemals ändern wird, auch wenn ihre Familie durch ihre Partner wächst. Es gibt nämlich auch sehr wichtige Beziehungen neben den romantischen. Die Trilogie wird mir im Herzen bleiben.

Fazit: 4,5/5⭐️

Eine sehr berührende und erwärmende Liebesgeschichte

*Rezensionsexemplar

Rezension „All the Songs of my Soul“

Klappentext:

Nichts an Millie Anderson ist gewöhnlich – das weiß David Taggert in dem Moment, als er sie zum ersten Mal in seiner Bar erblickt. Wenn die blinde junge Frau tanzt, sieht sie aus wie ein Engel, und als die beiden ins Gespräch kommen, ist es, als könne sie direkt in seine Seele „blicken“. Bislang hat sich Tagg stets nur im Ring lebendig gefühlt. Mit Millie ist auf einmal alles neu und aufregend. Überwältigend und schön. Doch dann steht Tagg plötzlich vor einer Entscheidung, die nicht nur sein, sondern auch Millies Leben für immer zerstören könnte …

Meine Meinung:

Das Cover ist ganz schön anzusehen, aber sticht bei den Liebesromanen nicht wirklich hervor.

Aber der Schreibstil von Amy Harmon und ihre Art, Geschichten zu schreiben, ist dafür umso besonders. Ich habe beim Lesen ihrer Bücher immer eine Stimme in meinem Kopf, die mir die Geschichten erzählt. Es ist schwierig zu beschreiben, aber ich kann nur empfehlen, Bücher der Autorin mal auszuprobieren. Allerdings glaube ich, dass es nicht allen komplett zusagen wird.

In diesem Buch wird die Geschichte teilweise rückwärts erzählt und es startet mit dem Verschwinden des männlichen Protagonisten Tagg, der anhand von aufgenommen Kassetten seine Romance mit der blinden Tänzerin Millie erzählt. Die Idee dieser Erzählweise fand ich sehr originell und sorgte bei mir dazu, dass ich von Anfang an emotional ergriffen war und früh die ersten Tränen vergossen habe. Insgesamt ist das Buch eher melancholisch und ich brauchte viele Taschentücher. Wenn man mit den Charakteren mitfiebern und seinen Herz immer wieder brechen lassen möchte, ist Taggs und Millie’s Geschichte eine große Empfehlung. Wenn man allerdings mit gewissen sensibleren Themen Probleme hat, sollte man wirklich vorher die Triggerwarnung lesen.

Tagg kennt man bereits aus Band 1 „All the Colors of my Dreams“, den man schon vorher lesen sollte, um das Buch besser und intensiver zu verstehen. Ich mochte ihn sofort, weil er zwar selbst eine gebrochene Seele war, aber immer anderen Menschen half, wie zum Beispiel seinem besten Freund Moses oder eben Millie. Er ist ein wahrer Kämpfer, dem ich nur das beste wünschte. Auch Millie hat nur gutes verdient, denn sie erblindete und verlor ihre Mutter, während ihr Vater den Kontakt abbrach, sodass sie sich seit Jahren um ihren autistischen jüngeren Bruder Henry kümmert. Trotzdem hat sie ihre Lebensfreude nicht verloren und geht ihrer Leidenschaft, dem Tanzen, weiter nach. Auch der Umgang mit ihrer Blindheit gefiel mir, da es weder zu mitleidig noch zu positiv beschrieben wurde.

Das erste Mal treffen Tagg und Millie in Taggs Kneipe aufeinander, wo sie ihren neuen Job als Tänzerin antritt und wonach sie von ihm nach Hause begleitet wird. Dieser Heimweg fühlte sich für mich schon etwas magisch an, weil ich die Verbindung zwischen Millie und Tagg sofort gespürt habe. Von Anfang an fühlten sie sich in der Gegenwart des jeweils anderen wohl und führen tolle Gespräche. Dabei entwickelt sich die Romance zwischen ihnen zart und kontinuierlich weiter. In Millie’s Gegenwart muss sich Tagg mehr Mühe geben als bei anderen Frauen, die er durch sein Aussehen schnell für sich gewinnen kann. Dadurch merkt man, wie Millie andere Seiten in ihm bewegt und sich in sein Herz schleicht. Aber auch Tagg gibt Millie ein tolles Gefühl, denn er unterstützt und bestärkt sie. Ich habe beiden ihnen ihre Gefühle füreinander komplett abgenommen, sodass ich mit ihnen mitgefiebert habe. Oft dabei ist auch Henry, der sich mit seinen vielen Sportfakten sofort in mein Herz geschlichen. Es war so süß, wie er und Tagg sich gegenseitig lieb gewonnen haben und gemeinsam mit Millie erschienen sie mir schnell wie eine innige Familie.

Der Handlungsstrang, der in der Gegenwart nach Taggs Verschwinden spielt, wird aus der Sicht von seinem besten Freund Moses erzählt. Es war spannend und emotional herauszufinden, was Tagg zu dieser Tat bewegt hat. Gleichzeitig merkt man, wie wichtig er für seine Mitmenschen ist, die ihn vermissen und suchen. Ab einem gewissen Zeitpunkt war mir klar, was Tagg zu diesem drastischen Schritt bewegt hat, aber trotzdem habe ich bis zum Schluss mitgefiebert. Das Ende war dann wieder sehr bewegend und bis zu einem gewissen Grad auch offen. Man kann verschiedenes hineininterpretieren, was mir in diesem Fall gefiel, obwohl ich normalerweise zu einem abgeschossenen Ende tendiere.

Fazit: 4,5/5⭐️

Das Buch hat mein Herz immer wieder gebrochen

Rezension „Was wir von Quallen lernen können“

Klappentext:

Henry, der schüchterne Nerd, der nicht nur mit seinen umfassenden Kenntnissen über Quallen, sondern auch bei den wöchentlichen Quiz-Abenden in seinem Lieblingspub mit seinem Allgemeinwissen glänzt, schwärmt schon lange für den attraktiven Barkeeper Max. Eines Tages setzt Henry alles auf eine Karte und schiebt ihm seine Nummer zu. Obwohl er nicht mit einer Antwort rechnet, geschieht das Undenkbare und Max will sich mit Henry treffen. Henry könnte nicht glücklicher sein, denn er schwebt nach jedem Date auf Wolke sieben. Doch nach und nach schleichen sich bei Henry Zweifel ein. Warum meldet sich Max manchmal tagelang nicht und stößt ihn immer wieder von sich? Hat ihre Beziehung überhaupt eine Chance, oder zerbricht sie an den Geheimnissen, die zwischen ihnen stehen?

Meine Meinung:

Das Cover fiel mir doch irgendwie ins Auge, obwohl es jetzt nicht das besonderste ist, und im Kombi mit dem Titel war ich schon neugierig.

Bisher habe ich nur Bücher von Katharina Wolf gelesen, die sie gemeinsam mit Ina Taus geschrieben hat, und war dementsprechend auf ihre Einzelwerke gespannt. Der Schreibstil konnte mich auch direkt überzeugen, denn er lässt sich flüssig lesen und fühlte sich authentisch an. Genau wie der Protagonist Henry könnte ein realer Mensch denken und auch die Gespräche könnten so stattfinden. Alle Charaktere bekommen auch kleine Eigenheiten, z.B. Henrys notorisches Zu-spät-Kommen, die mein Gefühl, über echte Menschen zu lesen, weiter verstärkte.

Generell habe ich Henry, aus dessen Sicht der Hauptteil des Buches geschrieben ist, schnell ins Herz geschlossen. Er ist ein Nerd mit einer Vorliebe für Filme, Serien und Fantasy, womit ich mich identifizieren konnte, und vor allem für Quallen. Das fand ich mal außergewöhnliche und ich musste immer schmunzeln, wenn er in den Redefluss über diese Lebewesen kam, weil er sich dann oft nicht zurückhalten kann und er einfach in seiner Leidenschaft aufgeht. Fast noch mehr an ihm gefiel mir allerdings seine soziale Ader. Er geht ganz offen auf Menschen zu, wie man bei seiner neuen College-Freundin merkt, und verbringt gerne viel Zeit mit anderen Menschen, vorzugsweise Max, seine Freunde und seine Familie. Ich habe es geliebt, mich in seinen Kopf zu befinden, denn beim Lesen konnten seine Gefühle auf mich überspringen. Max war im Gegensatz zu Henry viel schwerer zu greifen. Er ist sehr zurückhaltend und offenbart kaum etwas für sich. Daher fand ich gut, dass es auch einige Kapitel über seine Vergangenheit gab, weil man ihn dadurch besser versteht und es ihn sympathischer macht. Im Laufe der Geschichte erfährt man auch, was hinter seiner Geheimniskrämerei, auch gegenüber Henry, steckt. In meinen Augen erklärt es sein Verhalten sehr gut.

Beim Buch ist mir auch direkt positiv aufgefallen, dass Henry bereits am Anfang Max seine Nummer gibt und somit ihre Romance ohne ewiges Vorgeplänkel beginnen kann. Die Annäherung zwischen ihnen entwickelt sich stetig weiter und ich habe mit den beiden sehr mitgefiebert. Es war schön und gar nicht langweilig ihre ersten Dates bei Spaziergängen, Restaurantbesuchen oder an ihren liebsten Orten mitzuerleben. Ich habe gespürt, dass sich die beiden sympathisch und auch ganz ansprechend finden. Diese Gefühle des ersten Verliebtseins zauberten mir immer ein Lächeln ins Gesicht. In diesem Liebesroman geht es nicht darum, dass zwei Charaktere Spielchen miteinander spielen oder sich gegen die Gefühle füreinander wehren, wo das Happy End daraus besteht, dass sie endlich zusammen gekommen. Stattdessen erlebt man zwei junge Männer, die beginnen miteinander auszugehen und abwarten, ob sich daraus wirklich mehr entwickeln konnte. Aber es blieb trotzdem spannend, weil trotzdem in der Beziehung von Max und Henry es Aufs und Abs gibt und Probleme auftreten. Ganz oben steht dabei Max’s Verschlossenheit, mit der er Henry etwas außen vorhält, und seiner immer wieder auftretenden Abwesenheit. Ich habe Henry bewundert, dass er trotz seiner Unsicherheiten Max vertraut und diesem Zeit lässt, sich zu öffnen. Trotz gewisser Geheimnisse sprechen die beiden miteinander und wollen um das, was sie haben, kämpfen. Es gibt auch einen dramatischen Höhepunkt, der sich zum Glück aber einigermaßen schnell auflöst. Dabei konnte ich die Handlungen und Gefühle von beiden nachvollziehen.

Ich kann das Buch sehr weiterempfehlen, wenn man Lust auf eine Gay Romance mit sympathischen Charakteren, authentischen Beziehungen und realistischem Drama hat. Man kann mit den Figuren mitfiebern und das kribbelnde Gefühl des anfänglichen Verliebtseins sowie die damit verbundenen Unsicherheiten miterleben. Neben der Romance spielen auch Freunde und Familie eine große Rolle, was für mich immer ganz wichtig ist. Dabei integriert die Autorin ganz nebenbei Randgruppen, sodass sie es so normalisiert, wie es sein sollte. Das gilt vor allem für die gleichgeschlechtlichen Liebe von Henry und Max. Die beiden sind längst geoutet und vollkommen akzeptiert.

Fazit: 4/5⭐️

Eine süße und authentische Liebesgeschichte

*Rezensionsexemplar