Rezension „A Different Blue“

Klappentext:

Die 19-jährige Blue Echohawk hat nur ein Ziel: herausfinden, wer sie wirklich ist. Von ihrer Mutter als Kleinkind am Straßenrand zurückgelassen, ist Blue in dem schmerzhaften Glauben aufgewachsen, ganz allein auf der Welt zu sein. Sie spürt, wie ihr Leben ihr jeden Tag ein bisschen mehr zu entgleiten droht. Doch dann trifft sie auf ihren neuen Geschichtslehrer Darcy Wilson. Er ist jung, hat einen coolen britischen Akzent und eine ansteckende Leidenschaft für sein Unterrichtsfach. Darcy ist der erste Mensch, der an Blue glaubt und hinter ihre abweisende Fassade blickt. Aber Blue und Darcy wandern auf einem schmalen Grat. Denn während sich die beiden einander immer mehr öffnen, wissen sie auch, dass eine Liebe zwischen ihnen unmöglich ist …

Meine Meinung:

Ich glaube zu den Lyx-Covern muss ich nichts mehr sagen, denn ich wiederhole mich immer. Im Buchladen sprechen sie mich an und in diesem Fall überzeugen mich vor allem die verschiedenen Blautönen, denn auch jedes Kapitel trägt das Wort „blau“ im Titel und die Protagonistin selbst heißt Blue.

Dies ist mein erstes Buch von Amy Harmon und es wird sicher nicht mein letztes gewesen sein. Ich liebe ihren Schreibstil, der teilweise poetisch und bildlich ist, ohne dass es gekünstelt wirkt. Die gesamte Schreibweise ist sehr besonders, weil ich dadurch das Gefühl hat, jemand würde mir Blues Geschichte erzählt. An der ein oder anderen Stelle gab es allerdings gewisse Aspekte, die mir etwas zu erzählt wirkten, wodurch nicht die ganze Emotionalität ausgeschöpft wurde.

Insgesamt ist die Geschichte aber sehr emotional, denn Blue musste bereits vieles miterleben, obwohl sie gerade einmal um die 20 Jahre alt ist. Im Prolog setzt ihre Mutter sie bei einem Fremden ab, der sie liebevoll bei sich aufnimmt, aber den sie als Kind dann auch noch verliert. Ich finde es bewundernswert, wie stark sie trotzdem allem ist, auch wenn man ihre Einsamkeit spürt. Sie hat eine Mauer aufgebaut, damit sie keiner mehr verletzen und verlassen kann, und provoziert gerne. In ihr vereinen sich Verletzlichkeit und Selbstbewusstsein, was für den Leser realistisch umgesetzt wird. Besonders gefällt mir an ihr ihre Kreativität, mit der sie Skulpturen aus Holz fertigt. Man spürt regelrecht, wie sie darin aufgeht und ihre Emotionen verarbeitet. Doch am meisten hat mich ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte beeindruckt. Sie wird reifer und erwachsen, auch aufgrund einer Überraschung, die ihr Leben verändert. Hier kann ich nicht weiter ins Detail gehen, ohne zu spoilern, aber die Überraschung wird authentisch umgesetzt und nimmt nicht den typischen Verlauf wie in vielen anderen Büchern.

Auch eine Romance spielt eine größere Rolle in diesem Buch, obwohl Blues persönlicher Werdegang eindeutig im Vordergrund steht. Zwischen Blue und Darcy ist es eindeutig Slowburn und es wird erst persönlicher, als Blue bereits die Schule verlassen hat und Darcy nicht mehr ihr Lehrer ist. Dadurch überschreiten die beide nie eine Grenze und bevor es romantisch wird, bauen sie zunächst Vertrauen und eine Freundschaft auf. Ich konnte die Gefühle, die sie füreinander entwickeln, immer spüren, wobei sie sich lange nicht darauf einlassen können. Zwar könnte man sich deshalb manchmal die Haare raufen, aber es passt einfach zu ihren Charakteren und der Situation, in der sie sich befinden, dass sie ihre Gefühle geheim halten.

Darcy ist trotzdem immer eine tolle Stütze für Blue, der an sie glaubt und ihr unter die Arme greift. Ich habe mich ein bisschen in ihn verliebt, auch ein paar andere Nebenfiguren habe ich ins Herz geschlossen. Ein Highlight war, welche Bedeutung Familie bei ihnen hat, ganz unabhängig von Blutsverwandtschaft.

Im Laufe des Buches werden immer wieder Geschichten von verschiedenen Indianerstämmen erzählt, denn sowohl Blue als auch ihr verstorbener Ziehvater Jimmy haben dort ihre Wurzeln. Diese Geschichten haben mich zum einen berührt und zum anderen passen sie perfekt zum Leben von Blue und ihren engsten Bezugspersonen. Generell fand ich es spannend, einiges Neues über die amerikanischen Ureinwohner zu erfahren, wie z.B. Lebensumstände/Vorurteile etc.

Fazit: 4,5⭐️

Eine besondere Geschichte mit einer noch besonderen Erzählweise

*Rezensionsexemplar

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