Lesemonat April 2022

Im April habe 13 Bücher (inkl. 8 eBooks) und 2 Hörbücher verschlungen.

Gelesene Bücher:


2,5⭐️ Bücher:

•📱Threesome. Wo die Liebe hinfällt* – Sarah Saxx

Rezension auf dem Blog

3,5⭐️ Bücher:

•📱Unguarded 🇬🇧 (10) – Jay Hogan

•📱Boston Belles. Monster* (3) – L.J. Shen

Rezension auf dem Blog

4⭐️ Bücher:

• Blaubeerjahre* (6) – Manuela Inusa

Rezension auf dem Blog

•📱The Reason of Love* (2) – Yvy Kazi

Rezension auf dem Blog

•📱Was wir von Quallen lernen können* – Katharina Wolf

Rezension folgt…

• The Memories We Make (1) – Maya Hughes

•📱The Darkest Minds 🇬🇧 (1) – Alexandra Bracken

• Crescent City. House of Sky and Breath 🇬🇧 (2) – Sarah J. Maas

4,5⭐️ Bücher:

• Whitestone Hospital. High Hopes* (1) – Ava Reed

Rezension auf dem Blog

•📱Where the Clouds Move Faster* (3) – Kathinka Engel

Rezension folgt…

•📱All the Songs of my Soul* (2) – Amy Harmon

Rezension folgt…

• Midnight Chronicles. Seelenband (4) – Laura Kneidl

Gehörte Hörbücher:

• 🎧 A History of Us. Nur drei kleine Worte* (3) – Jen DeLuca: 3,5⭐️

Sprecherin: Dagmar Bittner

Rezension auf dem Blog

• 🎧Prison Healer. Die Schattenheilerin* (1) – Lynette Noni: 4,5⭐️

Sprecherin: Nina Reithmeier

Rezension folgt…

*Rezensionsexemplar, 📱eBook, 🇬🇧 englisch-sprachig

Rezension „Boston Belles. Monster“

Klappentext:

Was, wenn sich die Prinzessin nicht in den Prinzen verliebt, sondern in das Monster?

Aisling Fitzpatrick ist nach außen hin die perfekte Prinzessin der Bostoner High Society. Aber hinter der makellosen Fassade versteckt sie ihre dunkle Seite – die, die sich seit Jahren nach Sam Brennan sehnt, dem gefürchteten und mächtigen Mafiaboss von Boston. Sam sieht in Aisling jedoch nicht mehr als die Tochter seines wichtigsten Klienten – der ihn großzügig dafür bezahlt, die Finger von ihr zu lassen. Bis Aisling in einer Nacht alles auf eine Karte setzt, um Sam für sich zu gewinnen. Doch kann die Prinzessin das Monster wirklich dazu bringen, sie zu lieben?

Meine Meinung:

Ich finde das Cover sehr schön. Es wirkt sehr märchenhaft, was dann etwas im Gegensatz zur düsteren Geschichte steht. Aber der Untertitel „Monster“ gibt hier ja schon Aufschluss.

Bei L. J. Shens Büchern weiß ich immer, dass ich sie durchsuchten werde, da es absolute Pageturner sind. Auch diese Geschichte war wieder sehr dramatisch und actionreich, sodass es nie langweilig wird. Ich war von Anfang an von der Geschichte gebannt, auch weil die Romance zwischen dem Mafia-Boss Sam und der eher schüchtern wirkenden Aisling seit Band 1 angeteasert wurde. Es war klar, dass noch so viel mehr hinter den beiden Charakteren steckt, und dem wollte ich auf den Grund gehen.

Auf den ersten Blick ist der Bad Boy Sam die interessantere Figur und das Buch beginnt mit einer Rückblende, in der man erfährt, wie und warum er von der Familie Brennan adoptiert wurde. Dadurch konnte ich Sam viel besser verstehen, denn sein Start ins Leben war alles andere als leicht. Für seine Stärke, seinen Ehrgeiz und sein Selbstbewusstsein habe ich doch schon etwas bewundert und mir gefiel es, dass Sam im Laufe der Geschichte keine 100-Grad-Wendung durchmacht, sondern sich im Grunde treu bliebt. Trotz allem muss ich sagen, dass mir die etwas lieberen Bad Boys von L.J. Shen am Ende doch lieber sind, weil ich mich in Bösewichte wie Sam beim Lesen doch nicht verlieben kann. Ganz anders ergeht es Aisling, die schon seit ihrer ersten Begegnung mit Sam in ihn verliebt ist. Trotz ihrer jahrelang unerwiderten Liebe blieb sie eine starke junge Frau, was man erst jetzt in dem Band richtig versteht. Im Gegensatz zu ihren älteren Brüdern wohnte sie all die Zeit bei ihren Eltern und wurde von diesen sehr stark eingenommen. Ihre familiäres Pflichtbewusstsein habe sehr bewundert, denn an ihrer Stelle hätte ich schon längst keine Lust mehr gehabt. Ihr andere bewundernswerte Eigenschaft ist ihr stilles Selbstbewusstsein, denn sie weiß, genau wer sie ist, und kann für sich selbst einstehen, aber muss das nicht immer nach außen tragen. Im Laufe der Geschichte macht dann Aisling noch einmal einen großen Entwicklungsschritt, was mir gut gefiel.

Die Romance von Aisling und Sam beginnt schon früher als man in den vorherigen Bänden dachte. Sie begegnen sich bereits früher, als Aisling noch minderjährig ist, und obwohl die beiden außer einem Kuss sich körperlich nicht näher kommen, ist das Beginn der Leidenschaft, die die beiden einfach nie mehr loswerden. Vor allem Aisling ist sofort verliebt, was ich immer noch etwas schade finde, denn ich bin kein Fan von Insta Love und ich konnte ihre Gefühle oft nicht nachvollziehen. Aber ich fand nicht, dass sie schwach oder rückgratlos wirkte, denn sie kann sich Sam gegenüber schon beweisen und bietet im Paroli, was sich die meisten nicht trauen. Sie fordert Sam eigentlich immer heraus, wodurch Sam sie einfach nicht vergessen kann. Es war spannend zu lesen, wie er sich die ganze Zeit gegen seinen Gefühlen wehrt, aber dann doch immer wieder scheitert. Die Beziehung der beiden ist überhaupt nicht liebevoll, aber dafür sehr leidenschaftlich und sie brauchen diese Machtkämpfe untereinander einfach. Dabei möchte ich hervorheben, dass auch Sam gewisse Grenzen nie übertritt, und es letztendlich zwischen ihnen um Respekt und Akzeptanz geht. Besonders überzeugen konnte mich auch die Entwicklung der Beziehung im Laufe des Buches. Aisling macht gewisse Dinge, mit denen ich (und auch Sam) so nicht gerechnet habe. Ich hatte viel Vergnügen mit Aisling und Sam.

Neben der Liebesgeschichte muss Aisling immer wieder Probleme innerhalb ihrer Familie lösen und Sam hat auch sein eigenen Plänen, in denen es viel um Rache geht. Diese Rachengefühle konnte ich gut nachvollziehen und Sams Pläne sorgen für Action und Abwechslung, aber die Auflösung konnten mich gar nicht überraschen. Mir war leider von Anhieb war, worauf es hinauslaufen wird, und Sam agiert manchmal impulsiver, als man es von ihm ansonsten gewöhnt ist. Aber ich mochte wieder die ungewöhnlichen Freundschaften und den hohen Stellenwert von Familie in diesem Roman.

Insgesamt konnte mich das ganze Drumherum, wie z.B. das Setting der Oberschicht und der Mafia, überzeugen. Ich mag bei L.J. Shen ja die düsteren Geschichten und lasse mich von ihnen unterhalten. Man muss aber damit umgehen können, denn die Bücher sind schon sehr derb geschrieben und ich finde, dieses Buch geht schon leicht in die Richtung Dark Romance, was einem klar sein sollte. Wenn man darauf Lust hat, kann ich es empfehlen.

Fazit: 3,5⭐️

Düsterer Pageturner

*Rezensionsexemplar

Hörbuchrezension „A History of Us. Nur drei kleine Worte“

Klappentext:

Wer kann schon einem Highlander widerstehen?

Alles beginnt mit nur drei kleinen Worten: «Sei meine Freundin!» Daraufhin bleibt April Parker erst mal der Mund offen stehen. Hat Mitch Malone – der begehrteste Junggeselle von Willow Creek – gerade allen Ernstes vorgeschlagen, dass sie sich als seine Freundin ausgibt? Nur um seine Verwandten davon abzuhalten, über seinen unsteten Lebenswandel zu meckern? Das Ganze kommt ihr absurd vor – schließlich ist April deutlich älter als Mitch –, aber sie lässt sich im Austausch für Hilfe bei ihrer Hausrenovierung darauf ein. Nur fühlt sich die vorgetäuschte Beziehung bald etwas zu echt an. Und als April dann auch noch das erste Mal beim Willow-Creek-Mittelalterfestival mitmacht, bei dem Mitch jedes Jahr als Highlander auftritt, wird alles noch verwirrender. Denn Mitch im Kilt ist ein Anblick, dem selbst die stärkste Frau kaum widerstehen kann …

Meine Meinung:

Sprecherin:

Dagmar gehört einfach zu meinen liebsten Hörbuchsprecherinnen und das stellt sie auch hier wieder unter Beweis. Sie hat eine sehr angenehme Stimmfarbe, der ich gerne zuhöre. Zum Hörgenuss trägt auch ihre gut gewählte Betonung bei, die auf der einen Seite nicht künstlich anhört und auf der anderen auch nicht eintönig ist. Ich konnte auch immer z.B. gut erkennen, wenn jemand spricht.

Cover:

Das besticht durch seine Schlichtheit, aber mir gefällt auch das Motiv mit der Hand und der Feder. Da die Geschichte auch etwas ruhiger gestaltet ist, passt das Cover im gewissen Maße auch zum Inhalt.

Inhalt:

Ich habe auch die ersten beide Teile dieser Reihe gehört und war nun sehr gespannt auf die Rückkehr nach Willow Creek. Das lag nicht nur an dem Kleinstädtchen, das mir ans Herz gewachsen ist, sondern auch an den Protagonisten April und Mitch, die man bereits kennen lernen durfte. April, aus deren Sicht man die ganze Geschichte erzählt bekommt, ist eine alleinerziehende Mutter einer Tochter, die bald aufs College geht. Ich bin finde es interessant, mal über eine Frau zu lesen, die am „leeren Nest-Syndrom“ leidet, denn diese Thematik betrifft viele Leute. Ich konnte sehr mit April mitfühlen, obwohl ich mich in einer ganz anderen Lebenssituation befinde, und habe sie dafür bewundert, dass sie nun ihr Leben wieder nach ihren eigenen Wünschen gestalten möchte. Dabei macht sie im Laufe der Geschichte eine schöne Entwicklung durch. Aber auch Mitch hat sich in mein Herz geschlichen, denn er ist gesellig, tatkräftig und humorvoll. Man spürt sehr schön, wie sowohl sein Job als Sportlerlehrer als auch seine Aufgabe beim Renaissance Festival ihn vollkommen erfüllt, obwohl er sich dafür auch hin und wieder gegenüber einiger Familienmitglieder rechtfertigen muss. Da ich die beiden Protagonisten insgesamt sympathisch fand, hätte ich gerne noch mehr Details über sie erfahren.

Im Mittelpunkt dieses Buches steht dann (natürlich) die Liebesgeschichte zwischen April und Mitch, die mit Fake Dating beginnt. Mitch’s Bitte an April, seine Freundin auf einer Familienfeier zu spielen, kommt auch direkt am Anfang und da sie einander schon lange kenne, konnte ich seine Wahl gut verstehen. Dadurch verbringen die beiden viel Zeit zusammen, weil April ihn im Gegenzug um Hilfe bei ihrer Hausrenovierung bittet. Mir gefällt es gut, wie sie einander helfen und auch beistehen, wenn der jeweils anderer sich in einer Situation unwohl fühlt. Schnell wird aus Fake Dating Freundschaft mit gewissen Vorzügen, was ich passend zu den Figuren fand. Insgesamt war die Romance zwischen April und Mitch ruhig und zum Wohlfühlen, aber zum Ende hin machte mir April zu viel Drama. Ich habe sie nicht verstanden und fand es ab einem gewissen Punkt anstrengend, wenn sie immer wieder auf ihren Altersunterschied (Mitch ist einige Jahre jünger) rumgeritten ist. Der Schluss hat mich dann wieder versöhnt.

Doch neben der Liebesgeschichte spielt natürlich auch Aprils Beziehung zu ihrer Tochter eine große Rolle. Ich liebe ihr Verhältnis, denn man spürt ihre enge Bindung und ihr Vertrauen. Aber ich fand auch realistisch, dass es auch zwischen ihnen mal kleine Probleme gibt.

Ein weiteres Highlight war wieder das Setting Willow Creek, weil ich ein Fan von Kleinstädten bin. Deshalb war ich froh, als auch April langsam die Vorteile erkennt. Besonders toll ist und bleibt das Renaissance Festival, das auch im dritten Band seinen Auftritt hat. Ich würde mir einfach wünschen, wenn es wie in Teil 1 wieder eine zentralere Rolle spielen würde. In meinen Augen macht dieses Festival auch das Besondere der Reihe aus.

Besonders positiv an diesem Buch bzw. an dieser Reihe allgemein hervorheben möchte ich die gewählten Happy Ends. In so vielen Liebesromanen endet alles immer mit Heirat und Kindern, was auch schön und richtig ist, aber eben nicht für alle das Ziel ist, wie auch Jen DeLuca hier aufzeigt.

Fazit: 3,5/5⭐️

Gut zum Hören nebenbei

*Rezensionsexemplar

Rezension „The Reason of Love“

Klappentext:

Kannst du dem Flüstern deines Herzens vertrauen, wenn du bisher immer auf deinen Verstand gehört hast?

Die hochbegabte Medizinstudentin Haley Bales hat nur einen Wunsch, als sie ihr Studium beginnt: die Ausgrenzungen ihrer Highschool-Zeit hinter sich zu lassen und am St. Clair College einfach ganz sie selbst sein zu können. Doch auch dort wird sie aus ihrer Komfortzone herausgelockt, als Mateo Ortega, einer der bekanntesten Footballspieler der College-Mannschaft, ihr neuer Nachhilfeschüler wird. Und während Haley gegen die Anziehung ankämpft, die sie in seiner Nähe spürt, setzt Mateo all seinen Charme ein, um Haley davon zu überzeugen, dass auch ein attraktiver Frauenheld wie er ernsthafte Gefühle entwickeln kann …

Meine Meinung:

Das Cover ist ganz hübsch und in seinen Brauntönen etwas zurückhaltend. Doch besonders schön finde ich, dass die drei Cover der Reihe ein Gesamtbild ergeben.

Ich habe auch schon Band 1 der Trilogie gelesen und war dementsprechend gespannt auch Haleys und Mateos Geschichte, da die beiden mir als Nebenfiguren schon bekannt waren. Man liest das ganze Buch aus Haleys Sicht und schnell habe ich mich in sie hineinversetzen konnte. Aufgrund unschöner Ereignisse in ihrer Vergangenheit ist sie gegenüber anderen Menschen eher zurückhaltend und skeptisch. Dabei fand ich erfrischend, dass sie trotzdem nicht auf den Mund gefallen ist und immer mal wieder für einen Spruch gut ist. Sie weiß genau, wie sie sich und ihre Freunde verteidigen kann. Wenn man es nämlich einmal in ihren inneren Kreis schafft, würde sie für einen durchs Feuer gehen.

Mateo braucht auch einige Zeit, um Haley zu erweichen, damit sie ihm Nachhilfe gibt. Mir gefiel seine charmante und selbstbewusste Art, mit der es ihm in der Regel leicht fällt, andere Menschen, vor allem Frauen, für sich zugewinnen. Auf den ersten Blick erscheint er wie ein Lebemann, doch man merkt schnell, dass er nicht alles auf die leichte Schulter nimmt. Er braucht die Nachhilfe nicht, weil er faul ist oder sich nicht für sein Medizinstudium interessiert, sondern weil er wegen dem intensiven Footballtraining und den Spielen einfach weniger Zeit zum Lernen hat. Besonders positiv zu erwähnen ist auch, dass er ein treuer Freund ist und immer respektvoll und ehrlich mit den Frauen umgeht, mit denen er sich auf One-Night-Stands einlässt.

Die Beziehung zwischen ihm und Haley ist zunächst auch etwas komplizierter, nachdem Mateo bei ihrem Kennenlernen mit seinen Sprüchen bei Haley in ein Fettnäpfchen getreten ist. Doch als die Nachhilfe startet, kommen sie sich schnell näher. Durch die gemeinsame Zeit lernen sie sich natürlich besser kennen und in diesen ruhigen Momenten müssen sie sich auch nicht ihrer jeweiligen starken Seite zeigen. Sie führen einige ernstere Gespräche, zum Beispiel über ihre Träume und ihrer traumatischere Erfahrungen aus der Vergangenheit. Besonders angenehm fand ich, dass sich die Annäherung langsam entwickeln und nach und nach die romantischen Gefühle entstehen. Es gibt nicht den einen Moment, in dem sie sich plötzlich verlieben. Dadurch konnte das Kribbeln immer weiter aufbauen und ich habe mit Mateo und Haley mitgefiebert. Für mich passen die beiden gut zusammen. Im Laufe des Buches gibt es auch ein paar dramatische Momente, in denen beide etwas überreagieren, aber noch im Rahmen, der zu ihren Charakteren passt.

Man folgt aber nicht nur Haley und Mateo, sondern auch einigen ihrer Freunde. Die Hauptcharaktere aus Band 1 tauchen auch wieder auf, aber andere Figuren standen mehr im Vordergrund. Es hat mich richtig gefreut, dass Haleys bester Freund Bo, der im ersten Teil als Zwillingsbruder der dortigen Protagonistin bereits auftauchte, weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Geschichte ist. Doch auch Mateos Mitbewohner kommt häufig auf und es war schön, ihn ebenfalls besser kennen zu lernen und verstehen zu können.

Ich bin nun sehr auf den letzten Teil gespannt, weil ich auch schon eine Vermutung habe, um wen es dort gehen wird. Die Autorin schreibt auch sehr flüssig und angenehm, sodass ich ihre Bücher bisher verschlingen konnte. Vielleicht kann das Finale auch diesen zweiten Band noch einmal übertreffen, nachdem dieser mich schon mehr überzeugen konnte als der Auftakt.

Fazit: 4/5⭐️

Süße Romance mit langsamer Annäherung

Rezension „Blaubeerjahre“

Und Klappentext:

Drei Schwestern, eine Blaubeerjahre und ein altes Geheimnis, das nun endlich ans Licht kommt.

Nach einem schweren Schicksalsschlag zogen die Schwestern Alison, Jillian und Delilah zu ihren Großeltern – auf die familieneigene Blaubeerfarm in Kalifornien. Die Jahre waren geprägt von Geborgenheit, Verständnis und Liebe, sie haben mit Grandma Fran gebacken, Marmelade gekocht und am Marktstand ihre Früchte verkauft. Doch heute leben die Schwestern weit voneinander entfernt und sehen sich nur selten. Bis Grandma Fran sie bittet, die Blaubeerfarm zusammen zu übernehmen, denn sie möchte nun zu Grandpa Cliff ins Seniorenheim ziehen. Die drei lassen sich darauf ein, und das ist erst der Beginn einer langen Reise mit vielen Hindernissen, aber auch voller Hoffnung …

Meine Meinung:

Ich mag das Cover richtig gerne, da die Blaubeeren miteinbezogen wurden und es eine wohlige Atmosphäre versprüht, die auch die Geschichte selbst prägt.

Die komplette Reihe rund um die Farmen in Kalifornien ist mir sehr ans Herz gewachsen, wobei man alle Bände komplett unabhängig lesen kann. Das Setting macht die Bücher sehr besonders, wobei in diesem Fall die Blaubeerfarm wirklich eher nur Handlungsort dient. In den Vorgängern stehen die Farmen und ihr Anbau mehr im Vordergrund.

Wir folgen im Finale den drei Schwestern Alison, Jillian und Delilah und ihrer Großmutter Fran, aus deren aller Sicht man liest. Die Familie hält sehr zusammen, nachdem die Eltern der Schwestern vor Jahren verstorben sind und diese drei auf der Blaubeerfarm bei den Großeltern groß wurden. Es ist schön, wie eng das Verhältnis immer geblieben ist auch nach dem Auszug der Schwestern. Deshalb zögern diese nicht lange, zurückzukehren, um ihre Großeltern zu unterstützen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht auch die Familie und ihre Verbundenheit, was mir gut gefällt. Dadurch fühlte ich mich beim Lesen sehr wohl und auch als unsichtbarer Teil der Familie. Durch den Tod der Eltern und der beginnenden Alzheimererkrankung des Großvaters Cliff gibt es auch einige Schicksalschläge, aber hauptsächlich ist die Stimmung doch sehr fröhlich und ausgelassen, da die vier Frauen sich mit der Situation arrangiert haben. Natürlich gibt es Momente, in denen es ihnen schwieriger fällt, vor allem Fran.

Fran ist eine sehr starke Frau und ein tolles Vorbild für ihre Enkelinnen. Nie hat sie sich aufgeben, egal wie schwer das Schicksal teilweise zuschlägt, und hilft stets anderen, wenn es in ihrer Macht liegt. Ich bewundere sie sehr dafür, wie fit sie in Körper und Geist auch im hohen Alter noch ist. Doch am meisten berührte mich ihre bedingungslose Liebe für Cliff, die sich jeder wünschen würde. Es gibt auch einige Rückblenden in die Zeit, wo die beiden ein Paar werden. Dadurch versteht man Fran und ihre Beziehung mit Cliff noch viel besser. Obwohl die Großmutter meine liebste Protagonistin ist, sind mir auch die Enkelinnen ins Herz geschlossen. Die älteste ist die fürsorgliche Alison, die bereits selbst eine Tochter, Misha, hat. Die Mutter-Tochter-Beziehung ist sehr eng und gut, wobei Alli immer Mishas Bedürfnisse an erster Stelle steht. Obwohl mir Misha zu reif für ihre 11 Jahre vorkam, fühlte sich der Rest sehr realistisch an. Auch Alison als eigenständige Person ist mit ihrer warmherzigen Art und ihrer musikalischen Ader sehr sympathisch. Die mittlere Schwester Jillian ist die Planerin der Familie, die alles selbst in die Hand nimmt und dann auch nicht zu stoppen. Ich habe es geliebt, wie sie auf der Blaubeerfarm aufgeblüht ist, nachdem ihrer langjähriger Freund sie unterdrückt hat. Am meisten Spaß hatte ich allerdings mit der quirligen und jüngsten Schwester Delilah. Sie ist ein Freiheitsgeist und kann niemals ruhig sitzen bleiben. Im Laufe des Romans macht sie auch eine Entdeckung über sich selbst.

Ich kann dieses Buch empfehlen, wenn man Lust auf einen Wohlfühlroman und sehr sympathische Charaktere hat. Beim Lesen kann man gut abschalten und und man kommt zügig durch die Geschichte, die sehr locker geschrieben. Weil immer gekennzeichnet ist, aus wessen Sicht die Kapitel geschrieben ist, kommt man trotz der Perspektivwechsel nicht durcheinander. Aber da auf weniger als 400 Seiten gleich vier Frauen im Fokus stehen, kann man nicht erwarten, dass jeder Aspekt sehr in die Tiefe geht. Auch wenn man eine gewisse Portion Drama braucht, ist dieser Roman nichts für einen.

Fazit: 4/5⭐️

Ein Buch zum Wohlfühlen ohne Drama

*Rezensionsexemplar

Rezension „Whitestone Hospital. High Hopes“

Klappentext:

Wir sind nur Menschen, die ihr Bestes geben. Und das Beste reicht manchmal eben nicht …

Laura Collins hat es geschafft! Ihr größter Wunsch geht in Erfüllung, als sie eine Stelle an einer der angesehensten Kliniken des Landes ergattert. Am Whitestone Hospital in Phoenix ist Laura eine der neuen Assistenzärzte und -ärztinnen und erkennt schnell, dass sie für ihren Traumjob an ihre Grenzen gehen und alles geben muss. Die langen Arbeitszeiten, der Schlafmangel, die schweren Entscheidungen und bewegenden Schicksale verlangen ihr viel ab. Und als wäre das nicht Herausforderung genug, ist da noch Dr. Nash Brooks, der junge Stationsarzt der Herzchirurgie. Nash ist kompetent, attraktiv, ihr Betreuer – und damit absolut verboten!

Meine Meinung:

Das Cover finde ich echt genial, weil es ästhetisch aussieht und trotzdem schafft, ein anatomisches Herz in den Mittelpunkt zu stellen. Es passt perfekt zur Geschichte und im Kombination mit dem Reihentitel kann man das Krankenhaus-Setting gut erkennen.

Das hat mich auch neugierig auf die Geschichte gemacht, denn ich liebe Krankenhausserien, allen voran Grey‘s Anatomy. Die ganzen Vibes, die ich beim Fernsehen immer spüre, hat Ava Reed perfekt in Worte gefasst. Sobald das Buch größtenteils im Krankenhaus spielt, war ich vom Setting und dem damit verbundenen Feeling sehr eingenommen. Lauras (und auch Nashs) Arbeit im Krankenhaus wurde sehr facettenreich beschreiben, mit seinen guten und seinen schlechten Seiten. Ich finde, man merkt, dass sich Ava Reed beim Schreiben Unterstützung von Krankenhaus-Mitarbeitern geholt. Alles fühlte sich authentisch an. Daher freue ich mich auch schon sehr auf die drei Folgebände.

Doch in diesem Buch folgen wir erst einmal der neuen Assistenzärztin Laura und dem Stationsarzt und Ausbilder Nash, aus deren beider Sicht man liest, wobei Lauras Perspektive mehr Anteil hat. Mit Laura habe ich von Anfang an mitgefiebert, als sie ihren Freund beim Fremdgehen erwischt und dann voller neuem Elan ihre neue Stelle am Whitstone Hospital antritt. Sie lässt sich wirklich nicht unterkriegen und weiß, was sie will. Genau das äußert sie auch immer wieder, was ich sehr bewundere, obwohl sie vielleicht das ein oder andere Mal ihre Kompetenzen etwas überschreitet. Man spürt aber immer, dass die Arbeit im Krankenhaus für sie perfekt ist, wobei sie damit in die Fußstapfen ihrer verstorbenen Eltern tritt. Ich fand es sehr angenehm, dass die Trauer von Laura und ihren beiden Geschwistern immer wieder angesprochen wird, aber alles in allem bewältigt ist. Auch Nash hat seine Probleme mit seinen Eltern für sich akzeptiert. Allerdings hätte ich gerne noch mehr über seine Vergangenheit erfahren hat, da es immer wieder Andeutungen gab. Trotzdem konnte ich Nash als Charakter fassen und habe ihn ins Herz geschlossen. Er ist mit Herzblut Herzchirurg und agiert stets sehr professionell, aber auch einfühlsam. Deshalb finde ich, dass er ein guter und gerechter Ausbilder ist, was er auch immer wieder bestätigt. Außerdem war es schön mitzuerleben, wie er im Laufe der Geschichte immer offener wird, vor allem wegen Laura, nachdem er jahrelang sich nur auf seinen Job fokussiert und sein Privatleben vernachlässigt hat.

Die erste Begegnung von Laura und Nash war anders, als ich nach der Leseprobe vermutet hätte. Das sorgte für eine schöne Überraschung und generell hat mich die weiteren Entwicklungen zwischen den beiden immer wieder positiv überrascht. Es ist nicht die große Liebe auf den ersten Blick, wo beide nur noch daran denken können, wie attraktiv und anziehend sie einander finden. Stattdessen kommen die Gefühle nach und nach und schleichen sich unbemerkt an, wenn Laura und Nash im Krankenhaus Zeit miteinander verbringen. Sie lernen sich dadurch gut kennen, da ihr Beruf auch immer Auf und Abs mit sich bringt, weshalb sie sich auch emotional näher kommen. Es war schön, wie offen die beiden mit ihrem gegenseitigen Interesse umgehen, wobei Laura schneller bereit ist zu reden und Nash sich doch immer wieder gegen seine Gefühle wehrt. Dabei konnte ich seine Gründe sehr gut nachvollziehen. Für mich passen die beiden echt gut zusammen und können dabei Privates und Berufliches trennen. Nash bleibt als Ausbilder immer gerecht und behandelt Laura da immer wie alle anderen. Es gab dann auch ein gewisse Portion Drama, die in an der einen oder anderen Stelle vielleicht etwas übertrieben wirkt, aber insgesamt nur einen kleinen Teil der Romance ausmacht.

Es gibt auch einige Nebenfiguren, die mir ans Herz gewachsen sind. Man lernt ein paar andere Anfänger kennen, um die es auch in den weiteren Bänden gehen wird. Aber meine beiden liebsten Charaktere neben Laura und Nash sind der Krankenpfleger Grant und Nashs Kollege Ian. Beide sind sehr humorvoll, aber unterstützen auch, wenn es ihn ihrer Macht liegt. Manchmal wüsste ich nicht, was Nash und Laura ohne die beiden gemacht hätten. Richtig lustig fand ich, wie gut und schnell die Gerüchteküche innerhalb des Krankenhauses gearbeitet hat.

Insgesamt hat mir das Buch richtig gut gefallen, wobei mein Highlight das Krankenhaus-Feeling war, das mich an die Anfangszeit von Grey‘s Anatomy erinnerte. Ich hatte stets das Gefühl über reale Menschen zu lesen und durch den flüssigen Schreibstil bin ich nur durch die Seiten geflogen. Trotzdem habe ich mir die Zeit genommen, mir einige schöne Zitate zu markieren. Zu dieser Reihe sollte man anmerken, dass Ava Reed darauf hingewiesen hat, die Bände der Reihe in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Auch nach dem ersten Teil kann ich das bereits gut nachvollziehen, denn er endet mit einem echt fiesen Cliffhanger. Ich war echt sprachlos und kann den Folgeband gar nicht mehr abwarten, weil ich mir gewisse Sorgen machen. Von mir bekommt diese Geschichte auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

Fazit: 4,5/5⭐️

Liebesroman mit Grey‘s Anatomy Vibes

*Rezensionsexemplar

Rezension „Idol. Gib mir alles von dir“

Klappentext:

Es sollte nur Sex sein – doch dann kommen Gefühle uns SpielSchon lange knistert es gewaltig zwischen Rye Peterson, dem Bassisten von Kill John, und der PR-Agentin der Band, Brenna James. Doch beide verbergen ihre Anziehung hinter bissigen Kommentaren und hitzigen Wortgefechten. Als Rye zufällig mitbekommt, dass Brenna auf der Suche nach einem Mann ist, der ihr Intimität und körperliche Nähe schenkt, schlägt er ihr einen Deal vor, der alles verändert. Eigentlich lautet die Regel: nur Sex, keine Gefühle. Aber mit jeder Berührung und jedem Kuss beginnen ihre Schutzmauern zu bröckeln …

Meine Meinung:

Mir gefällt das Cover, weil man die Rockstar-Thematik direkt erkennt und auch das passende Musikinstrument vom Protagonisten Rye, der Bass, ist abgebildet. Außerdem sieht man nur Ryes Schatten, sodass man ihn sich noch vorstellen kann, wie man möchte.

Rye ist neben Whip das Bandmitglied, das man in der Reihe bisher am wenigsten kennen gelernt hat und so war ich sehr neugierig auf ihn. Nachdem er jahrelang seinen Ruhm in vollen Zügen genossen und sich auf viele One-Night-Stands eingelassen hat, sehnt er sich nun nach mehr Stabilität und Ruhe, was ich gut nachvollziehen kann. Für mich kam sein Wandel nicht überraschend, denn dieser wurde schlüssig erklärt. Ich liebe an ihm, dass er strikt nach seinem Moralkompass handelt und so zum Beispiel Fremdgehen missbilligt. Seine Entwicklung insgesamt war schön zu lesen, denn er lernt, was ihm neben der Musik wichtig ist und dies auch offen zu kommunizieren. Schade fand ich hingegen, dass seine angegriffene Gesundheit, von der man direkt am Anfang erfährt, in meinen Augen etwas stiefmütterlich abgehandelt wurde. Es gab hier Potential für mehr Emotionen und Tiefe.

Aber auch Brenna mag ich als Protagonistin, denn sie ist eine erfolgreiche Powerfrau, die weiß sich zu behaupten, egal wem gegenüber. Ich bewundere sie dafür, dass sie weiß, wer sie ist und sich nie dafür schämt. Was sie menschlicher und authentischer macht, ist auch ihr Kampf mit Schwächen und Unsicherheiten. Sie liebt z.B. Sex mit Vertrauen, aber hat große Angst vor Beziehungen, wofür ihre Beweggründe mir plausibel erklärt wurden. Mit Brenna habe ich gelitten, geliebt und gehasst, weshalb mich ihre Entwicklung innerhalb des Buches sehr gefreut hat. Positiv war für mich hier, dass nicht nur Rye, sondern auch andere Charaktere ihr dabei geholfen haben.

Auf die Liebesgeschichte von Brenna und Rye freue ich mich schon länger, nachdem die Spannungen zwischen ihnen seit Band 1 angedeutet werden. Die beiden kennen sich seit ihrer Jugend und seit Jahren sorgt Brenna für die PR von Ryes Band, wodurch die beiden immer miteinander verbunden waren. Man weiß von Anfang an, dass Brennas Gefühle für Rye anders sind als für die übrigen Bandmitglieder, die für sie wie Brüder sind, sich aber dagegen wehrt aufgrund von früheren Erlebnissen. Ich habe ihr diese Gefühle abgenommen, weil man merkt, wie sie sich von ihm angezogen fühlt und in seiner Gegenwart häufig die Kontrolle verliert. Auch Rye kann den Gedanken an Brenna nie ganz abschütteln, was ich echt niedlich fand. Ich war gespannt, wie mir ihr „Freunde mit gewissen Vorzügen“-Arrangement gefallen wird, vor allem weil beide schon Gefühle füreinander. Insgesamt hat mir dann doch gefallen, weil dadurch die beiden automatisch mehr Zeit miteinander verbringen. Die Chemie zwischen ihnen stimmt, sodass ich das Kribbeln beim Lesen sehr gespürt habe. Ich mochte die sexy time sehr gerne, weil Kristen Callihan sie nach meinem Geschmack schreibt. Leider muss ich sagen, dass Brenna und Rye manchmal zu unpassenden Momenten miteinander intim werden. Ich hätte mir mehr Gespräche und Momente außerhalb ihrer Wohnungen gewünscht, obwohl ich die Vertrautheit zwischen ihnen gespürt habe. Sie haben ein blindes Verständnis füreinander und erkennen Details an dem jeweils anderen, was alle anderen übersehen. Auch unterstützen sich die beiden bei allem, selbst wenn es ihnen selbst wehtut oder der andere es nicht möchte. Allerdings war der Anfang holprig, da Brenna und Rye Jahre lang kaum miteinander geredet haben, was auf einem einzigen dummen Missverständnis beruht, welches mit einem Gespräch aus der Welt geschafft werden könnte. Umso mehr hat mir dann gefallen, dass sie lernen, immer ehrlicher miteinander zu sein, wodurch es nicht erneut zu unnötigen Drama kommt, wie ich erwartet habe. Stattdessen gab es realistische Probleme, bei denen ich beide Seiten verstehen konnte. Alles in allem habe ich mit dem Paar mitgefiebert und habe die Entwicklung innerhalb ihrer Beziehung gefeiert. Leider vermisst man etwas den Anfang ihrer Liebesgeschichte, da sie ja schon länger Gefühle füreinander haben. Außerdem liebe ich die kuriosen ersten Treffen wie in der vorherigen Bänden.

Mein Highlight in diesem Buch war allerdings die ganzen Interaktionen innerhalb der Band und ihren engsten Vertrauten (Brenna und Rye, Whip, Kilian und Libby, Jax und Stella, Scottie und Sophie). Sie sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die immer zusammenhält und sich bedingungslos unterstützt, auch wenn sie es lieben, sich gegenseitig aufzuziehen. Mit ihnen habe ich viel gelacht, aber ihre enge Gemeinschaft konnte mich auch berühren. Der Begriff „Familie“ passt perfekt zu ihnen. Inzwischen fühle ich mich wegen ihnen allen sehr wohl in dieser Reihe, sodass ich mir wünsche, dass noch einen 5. Band über Whip kommen wird. Es hat sich auch schon einiges angedeutet.

Insgesamt hatte ich viel Spaß beim Lesen, denn Kristen Callihan packt immer eine gewisse Portion Humor in ihre Geschichte. Ihr Schreibstil ist locker-leicht, sodass der Lesefluss nicht gestört wird. Aber es gab einige Aspekte, wo in meinen Augen noch etwas Luft nach oben war, und insbesondere zum Ende habe ich noch ein paar Fragen. Deshalb bleibt Band 2 immer noch mein absoluter Favorit.

Fazit: 4/5⭐️

Sexy Romance trifft auf den Found Family Trope

*Rezensionsexemplar

Rezension „Secrets of a Small Town Girl“

Klappentext:

Juno Bailey hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Freunde und Familienmitglieder zu verkuppeln. Und endlich hat sie auch die perfekte Partnerin für ihren Sandkastenfreund Colton gefunden. Erst als Colton bereits mit der wunderschönen Französin verlobt ist, merkt Juno, dass sie selbst in ihn verliebt ist. Zwischen Anzugfittings, Tanzstunden und Kindheitserinnerungen muss sie sich entscheiden: Kann sie Colton vergessen oder soll sie um ihre Liebe kämpfen?

Meine Meinung:

Ich finde das Cover insgesamt ganz süß und man erkennt sofort, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt. Es ist eben nichts besonderes, aber das brauche ich beim Cover auch nicht unbedingt.

Inzwischen habe ich sehr viele Bücher des Autorinnenduos Piper Rayne verschlungen, inklusive der ersten sechs Bände dieser Baileys-Reihe, weshalb ich mich sehr auf den neuesten Teil gefreut habe. Die Autorinnen schreiben stets locker-leichte Liebesgeschichten, in denen ich gut abtauchen kann. Die Geschichten in Lake Starlight rund um die Großfamilie Bailey sind bisher mein Favorit, weil ich das wohlige Gefühl, das ich beim Lesen versprühe, liebe. Auch in diesem Buch waren die Interaktionen innerhalb der Familie mein Highlight, weil mir alle Mitglieder bereits ans Herz gewachsen sind und es immer zu humorvollen Szenen kommt. Die Baileys halten stets zusammen, aber necken sich gerne und mischen sich oft ein, manchmal erwünscht und manchmal eben nicht. Ich liebe es auch, wie man die Paare aus vorherigen Bänden weiter begleitet und die Familie beim Wachsen miterlebt.

Auf der anderen Seite kennt man Juno Bailey und ihren besten Freund Colton schon seit Teil 1, wo bereits gewisse Gefühle zwischen den beiden vermutet wurden. Daher war ich sehr neugierig auf ihre Liebesgeschichte, auch weil Juno von ihren Geschwistern etwas heraussticht. Sie ist ein Freigeist, der sich nicht binden will, aber an die große Liebe glaubt, weshalb sie als Partnervermittlerin arbeitet. Ich habe bisher noch kein Buch gelesen, in dem eine Hauptfigur so einen Job ausübt und war sehr auf ihre Beweggründe gespannt. Über diese war ich dann sehr überrascht, aber sie machten gleichzeitig Sinn. Generell bekam ich nun eine ganz neue Sichtweise über Juno, die innerlich viel zerrissener und trauriger ist als es von außen den Anschein hat. Irgendwie wurde mir Juno dadurch sympathischer, weil man sich einfach besser und vielschichtiger kennenlernt. Es gab einige Szenen, in denen ich sehr mit Juno mitgefiebert und mitgelitten habe. Leider kamen mir ein paar ihre Charakterentwicklungen etwas zu spät und überstürzt. Dann gibt es da natürlich Colton, aus dessen Sicht man auch liest. Er ist wirklich ein toller bester Freund, der Juno stets unterstützt und ihr Fels in der Brandung ist, selbst wenn es sein eigenes Herz zerbricht. Aber auch für andere hat er ein großes Herz, so arbeitet er als Tierarzt, hilft seiner Verlobten Brigette und ist ein wichtiger Bürger von Lake Starlight. Jeder würde sich über einen Colton im Leben freuen, obwohl er zwischendurch auch Aktionen startet, über die ich leicht den Kopf geschüttelt habe.

Ich war sehr gespannt, wie man die Friends to Lovers Romance zwischen Juno und Colton angehen wird, und einiges hat mich echt überrascht. Von Coltons romantischen Gefühle für seine beste Freundin wusste man schon lange, weshalb ich etwas überrascht war, dass er sich dann mit einer Frau verlobt, die kaum erwähnt wurde. Aber an seiner Stelle hätte ich vermutlich auch die Hoffnung auf eine Beziehung mit Juno aufgegeben. Es ist aber schon klischeehaft, dass Juno genau in diesem Moment merkt, was Colton ihr wirklich bedeutet. Deshalb tat ich mich am Anfang etwas schwer mit ihrer Liebesgeschichte, obwohl ich die tiefe Verbindung zwischen den beiden schon spüre und zu einen gewissen Teil auch ihre körperliche Anziehung bei mir ankam. Alles in allem mag ich die beiden deshalb auch als Paar, obwohl ich sie gerne mal durchgeschüttelt hätte, weil sie es sich unnötig schwer machen. Richtig erleichtert war ich, dass meine Befürchtung, dass Betrug eine Rolle im Buch spielen würde, sich nicht bestätigt haben. Generell gab es hier einige Offenbarungen, die mich echt sprachlos gemacht haben, da sie mich sehr überrascht haben. Dazu gehören auch Details, die man in Rückblenden erfährt, die einen die Beziehung zwischen Juno und Colton besser verständlich machen. Aber ich konnte nicht immer nachvollziehen, warum die beiden sich gewisse Geheimnisse nicht erzählen, wenn man bedenkt, dass sie seit ihrer Kindheit beste Freunde sind, Dadurch entstand etwas aufgebauschtes Drama, das unüblich in dieser Buchreihe ist. Zum Glück hörte das ab einem gewissen Punkt auf, sodass mich die Romance später mehr überzeugen konnte.

Insgesamt kann ich die Reihe vom Herzen empfehlen, auch wenn dieser Band nicht ganz mithalten konnte. Nun freue ich mich aber auf die letzten beiden Bailey-Geschwister und ihre Geschichten, die am Ende noch einmal richtig angeteasert wurden. Gleichzeitig möchte ich nicht, dass die Reihe endet.

Fazit: 3,5/5⭐️

Es war wieder schön, nach Lake Starlight zurückzukehren, aber bisher der schwächste Band

*Rezensionsexemplar

Rezension „Dare to Stay“

Klappentext:

Ihr seid mein Zuhause

Verwüstete Hotelzimmer, Frauen und Partys sind das Leben von Rockstar Ian Millard – bis seine Band ihm ein Ultimatum stellt: Entweder er bekommt sein Leben in den Griff oder er fliegt aus der Band! Doch erst als seine Nachbarin Brooke ihn eines Abends betrunken im Treppenhaus findet und bei sich aufnimmt, ändert sich sein Leben schlagartig. Die alleinerziehende Mutter hat eigentlich ganz andere Sorgen als den schlafenden Rockstar in ihrem Bett. Aber mit ihrer liebevollen Art weckt Brooke Gefühle in Ian, die er noch nie zuvor gespürt hat. Und plötzlich sehnt er sich nach mehr als nur einem Kuss oder einer kurzen Affäre, doch eine Frau an seiner Seite ist das Letzte, was Ians Fans jetzt von ihm wollen …

Meine Meinung:

Das Cover besticht mit seiner Schlichtheit und den Pastellfarben. Es ist nichts besonderes, aber es ist hübsch anzusehen und der Genre ist erkennbar.

Bei diesem Buch handelt es sich um den dritten und finalen Band rund um die Adoptivgeschwister Millard. Auf Ians Geschichte war ich am neugierigsten, weil man ihn zwar als tollen Bruder und Sohn sowie leidenschaftlichen Musiker kennt, aber er ansonsten durch viele Eskapaden bekannt ist. Ich war sehr gespannt darauf, hinter seine Mauern schauen zu können. Zu Beginn der Geschichte muss Ian gleich einen heftigen Schicksalsschlag hinnehmen, der ihn in ein tiefes Loch zieht. Seinen Schmerz konnte ich gut nachvollziehen und ich habe sehr mit ihm mitgelitten. Es tat mir innerlich weh, dass er sich niemanden öffnen konnte und auch weder Freunde noch Familie ihm helfen könnten. Umso mehr hat es mich gefreut, als er seine Nachbarin Brooke und deren Tochter in sein Leben treten. Ab da kann er endlich seine liebevolle Seite wieder zeigen und wird insgesamt wieder glücklicher. Brooke habe ich sofort ins Herz geschlossen, weil sie ein herzensguter Mensch ist. Ihre Tochter steht für sie an allererster Stelle und auch für die Kinder im Waisenhaus, wo sie arbeitet, hat sie ganz viele Liebe rüber. Besonders habe ich sie aber auch für ihr Selbstbewusstsein bewundert, das sie sich erst wieder erarbeiten musste, nachdem sie jahrelang in einer komplett lieblosen Ehe gefangen war. Trotzdem hat sie ihre Lebensfreude nicht verloren, sondern möchte nun ihr Leben in allen Zügen genießen, auch wenn sie aufgrund ihrer Erfahrungen vorsichtig geworden ist, vor allem gegenüber Männern.

Das erste (oder besser gesagt zweite) Aufeinandertreffen von Ian und Brooke ist zwar nicht die optimale Grundlage für eine Beziehung, da Brooke einen sturzbetrunkenen und eingeschlafenen Ian im Treppenhaus aufgabelt. Aber schon am nächsten Morgen spürt man die Chemie zwischen ihnen, die sich nicht zuerst auf das Körperliche, sondern das Zwischenmenschliche bezieht. Diese schnellenGefühle habe ich den beiden auch abgekauft und ich habe die gemeinsamen Szenen genossen. Man spürt, dass wie Ian in Brookes Gegenwart zur Ruhe kommt und zu sich selbst zurückfindet, während Brooke ihre Vorbehalte gegenüber Männern und der Liebe abbaut und wieder beginnt, Vertrauen aufzubauen. Besonders gefiel mir, dass keiner der beiden Spielchen spielt, sondern sie schnell zu ihren Gefühlen stehen und meist offen miteinander reden. Es war schön, wie die beiden miteinander harmoniert haben und sich gegenseitig unterstützen. Auch in der Dreier-Konstellation mit Brookes Tochter gefielen sie mir und es kam auch ein familiäres Gefühl auf. Aber dann kam ein Punkt in der Handlung, wo ich das Gefühl hatte, die Geschichte sei nun auserwählt. Zwar konnten die gemeinsamen Momente der Charaktere unterhalten, aber der gewisse Spannungsbogen fehlte, und dann kam der dramatische Höhepunkt, wo ein klärendes Gespräch vieles vermeiden hätte können.

Mein Highlight waren außerdem die ganzen Nebenfiguren. Im Vordergrund steht da natürlich Brookes freche und aufgeweckte Tochter, die ein großer Fan der neuen Beziehung ihrer Mutter ist und immer wieder inventiert, wenn Brooke und Ian es mal wieder nicht selbst schaffen. Manchmal agiert sie sehr reif für ihre 12 Jahre, was mich nicht so gestört hat, weil es im Buch auch thematisiert wird. Aber auch der Rest von Brookes griechischen, temperamentvollen und chaotischen Familie habe ich ins Herz geschlossen. Die Szenen mit der Großfamilie waren einfach immer so unterhaltsam und atmosphärisch. Aber auch Ians Vertrauten, seine Band-Kollegen und seine Adoptivfamilie, waren sympathisch, weil sie treu an seiner Seite stellen und unterstützen, wo sie können. Da man die Familie Millard bereits durch die ganze Reihe begleitet, haben mich die Wiedersehen mit ihnen natürlich gefreut.

Insgesamt hat man kurzweilige Lesestunden mit dieser Romance. Die Charaktere sind authentisch und sympathisch und die Protagonisten Brooke und Ian sind ein tolles Paar, deren Liebesglück mich gefreut hat. Lange Zeit habe ich mit ihnen mitgefiebert, aber dann war irgendwann etwas die Luft raus, wo sich die Geschichte etwas zog. Mein größtes Problem war, dass einige interessante Themen behandelt wurden, bei denen mir immer der letzte Funke an Tiefe fehlte. Irgendwie waren ein paar Punkte für mich zu schnell abgehandelt, wie die Entwicklung von den ersten Gefühle bis hin zur Liebe des Lebens. Oder ich hatte das Gefühl, als Leserin nicht wirklich die Entwicklung mitzuerleben, sondern das sie mir nur mitgeteilt wird, wie bei Ians Probleme mit dem Alkohol und der Musik.

Fazit: 3,5/5⭐️

Schöner Liebesroman, der für mich nicht ganz rund erschien

Abbruchsrezension „Schattenthron. Erbin der Dunkelheit“

Klappentext:

Kaaya hat keine Vergangenheit, keine Erinnerungen, keine Familie. Nichts außer Arian, der sie einst von den Straßen geholt und bei sich aufgenommen hat. Doch bevor sie ihrem besten Freund sagen kann, was sie wirklich für ihn empfindet, wird seine Seele von einem Schattenelfen gestohlen und er bleibt als Hülle zurück. Um ihn zu retten, reist die 18-Jährige ins Reich der Schatten, wo sie sich inmitten eines uralten Krieges wiederfindet. Das, was Kaaya dort über sich erfährt, bringt alles ins Wanken, an das sie bisher geglaubt hat. Sie muss erkennen, dass sie niemandem mehr vertrauen kann, nicht einmal sich selbst und ihren eigenen Gefühlen – gerade wenn es um den mysteriösen Kronprinzen Ilias geht, der seine ganz persönliche Mission verfolgt …

Meine Meinung:

Ich möchte anmerken, dass es meine persönliche Meinung ist und andere viel Spaß mit dem Buch haben können. Außerdem habe ich nur ein Drittel gelesen und kann dementsprechend nicht beurteilen, ob und in welche Richtung sich die Geschichte vielleicht noch verändert.

Das Cover hat mich sehr angesprochen, weil es auf mich mystisch wirkt und man immer mehr Details findet, wenn man es sich länger anschaut.

Man startet auch sehr rasant in die Geschichte und es gibt keine Pause, in denen irgendetwas in Richtung Langeweile aufkommt. Für mich ist das Tempo aber leider viel zu schnell, sodass ich mich gehetzt fühlte. Dadurch kam bei mir nie Spannung auf, weil dann die Szene schon wieder beendet war und die Lösung für aufkommende Probleme direkt gefunden wurde. Diese sehr schnelle Erzählweise ist einfach überhaupt nicht meins.

Man liest aus der Perspektive von wechselnden Charakteren, wobei zu Beginn Kaaya am häufigsten zu Wort kommt. Es ist angenehm, dass immer darauf hingewiesen, welche Sichtweise man nun bekommt. Teilweise war mir der Wechsel dann aber etwas zu abrupt, sodass ich keine Bindung zu den Figuren aufbauen konnte. Auch aufgrund des schnellen Tempos blieb mir verwehrt, die Charaktere gut kennen zu lernen. Es fehlt einfach die Zeit, ihre Eigenheiten hervorzuheben oder auch ihre Beziehungen untereinander näher zu beleuchten. Hätte ich zum Beispiel die Liebe zwischen Kaaya und ihrem besten Freund spüren können, hätte ich bei ihrem Versuch, ihn zu retten, mitfiebern können. So war es mir ziemlich egal. Es gab aber eine Ausnahme und das war die Perspektive vom Schattenprinz Ilias, dessen Geschichte mich mit Abstand am meisten interessierte. Da kamen bei mir beim Lesen zum ersten Mal Emotionen auf.

Insgesamt lässt der Schreibstil einen schnell durch die Seiten fliegen, denn es gibt keine komplizierten oder verschachtelten Sätze. Mir fehlten hier dafür einige Details bei den Beschreibungen der Umgebung und ähnlichem. Dadurch konnte ich mir die Welt nicht bildlich vorstellen und gedanklich nie ganz im Buch abtauchen.

Das Buch habe ich dann nach einem Drittel abgebrochen, weil ich einfach keine Lust aufs Weiterlesen verspürt habe. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte mich die Geschichte nicht catchen und es ist mir komplett egal, was mit den Charakteren passiert. Das lag für mich wirklich hauptsächlich am zu zügigen Tempo, das verhindert hat, dass ich die Handlung und die Figuren fühlen konnte.

Dies ist allerdings auch der Debütroman der Autorin und ihre Grundideen für die Geschichte und das Worldbuilding waren interessant. Deshalb möchte ich ihr in Zukunft auch noch weiteren Chancen geben, denn Übung macht den Meister und ich hoffe, dass die Ausarbeitung dann detaillierter und tiefgründiger wird.

Fazit: Abgebrochen nach einem Drittel

Ich würde 2⭐️ für diesen Teil der Geschichte geben, weil die Grundidee interessant ist und es keine Längen gibt