Rezension „Love like Fire“

Klappentext:

Der schlimmste Tag deines Lebens hat mir die beste Version von dir geschenkt

Grace Shaw war einst das beliebteste und hübscheste Mädchen der Highschool – bis ein verheerender Brand ihr nicht nur ihre Schönheit, sondern auch all ihre Träume nahm. An der Sheridan University beachtet niemand mehr das Mädchen mit den Narben. Bis ausgerechnet West St. Claire – berüchtigter Bad Boy, mysteriöser Untergrund-kämpfer und der heißeste Typ auf dem Campus – ihr neuer Arbeitskollege wird. West sind Grace’ Narben egal, denn er hat genug eigene, auch wenn sie nicht auf den ersten Blick sichtbar sind. Die beiden merken schon bald, dass sie mehr gemeinsam haben als zunächst gedacht, trotzdem kämpft Grace gegen die Funken zwischen ihnen an. Denn sie weiß genau, wie gefährlich es ist, mit dem Feuer zu spielen …

Meine Meinung:

Ich wiederhole mich, dass einfach ein Male Model auf dem Cover nicht unbedingt mein Fall ist. Aber ich mag die Feuer-Akzente, die sowohl zum Titel als auch zum Inhalt passen.

In diesem Liebesroman folgen wir Grace, die nach einem verheerenden Brand immer noch mit Selbstzweifel mit ihren daraus entstandenen Narben zu kämpfen hat, und West, der immer darauf bedacht ist, viel Geld zu verdienen, u.a. durch illegale Kämpfe. Man liest abwechselnd aus beiden Sichten und ich konnte schon Unterschiede in den verschiedenen Perspektiven erkennen. L.J. Shens teilweise etwas gröbere Sprache findet man insbesondere in Wests Gedanken und Ausdrücken wieder, was perfekt zum Charakter passt. Auf jeden Fall konnte die Autorin es wieder schaffen, mich komplett in ihre Geschichte hineinzuziehen.

Grace ist eine starke junge Frau, die aber aufgrund ihrer Verbrennungsnarben mit großen Selbstzweifeln zu kämpfen hat. Sie versteckt sich komplett vor der Welt, was ich in gewissen Maßen nachvollziehen kann und was mir gleichzeitig sehr Leid tat, denn man merkt, was in ihr steckt. In Wahrheit ist sie eine sehr liebevolle Person, die man einfach gerne in seinem Leben haben möchte. Aber insbesondere ihre Leidenschaft für das Theater hat mich immer wieder gecatcht, wobei sie sich auch in diesem Bereich ihres Lebens sehr einschränkt. Während der ganzen Geschichte habe ich dem Moment hingegen gefiebert, indem Grace endlich aus ihrem Schneckenhaus ausbricht, und ihre Entwicklung war auch sehr nachvollziehbar. Dabei ist auch West eine wichtige Komponente, ohne dass er plötzlich alles geändert hat. Im Gegensatz zu Grace ist eher extrovertiert, wobei er auch seine Gedanken und Gefühle versteckt. Schnell spürte ich, dass so viel mehr hinter seiner Fassade steckt und in Wahrheit meist nur an andere denkt. Klar ist er ein Kämpfer und macht regelmäßig seine Sprüche, aber trotzdem würde ich ihn nicht als Bad Boy bezeichnen, vor allem nicht für L.J. Shens Verhältnis. Stattdessen fand ich ihn durchgehend sympathisch und konnte verstehen, warum Grace Gefühle für ihn entwickelt hat.

Doch zu Beginn startet die Beziehung von Grace und West nicht so rosig, sondern die beiden können sich erst nicht wirklich leiden. Grace ist sehr kratzbürstig, während West zur Großspurigkeit neigt, weshalb ihr jeweilige Abneigung schon nachvollziehen konnte. Ich habe aber ihre Wortgefechte und Schlagabtausche geliebt, da sie mich sehr gut unterhalten konnte. Aber doch als die beiden immer mehr Zeit bei der Arbeit in einem Foodtruck miteinander verbringen, können sie ihre Fassaden immer weniger aufrecht erhalten und lernen sich immer besser kennen. Die Annäherung zwischen ihnen verläuft in einem angenehmen Tempo, sodass ich sie den Protagonisten abgenommen habe und ihre aufbauenden Gefühle nachvollziehen konnte. Die Stimmung war sehr kribbelig und auch sexy, was ich bei der Autorin immer sehr mag. Aber es gibt auch einige Probleme, die sich Grace und West entgegen stellen und die für etwas Drama, vor allem im letzten Drittel, sorgen. Teilweise war es vielleicht vorhersehbar oder überspitzt, aber ich habe nichts anderes gewartet und wurde gut unterhalten.

Ein Highlight in diesem Buch waren für mich auch die familiären und freundschaftlichen Beziehungen. Sowohl Graces beste Freundin als auch Wests bester Freund sind für die beiden Hauptfiguren eine große und wichtige Unterstützung, weil sie sie in- und auswendig und all ihre Geheimnisse kennen. Noch mehr berühren konnte mich aber Graces Verhältnis zu ihrer Großmutter, die sie aufgezogen hat und inzwischen einige Alzheimer-Symptome aufzeigt. Dieser Handlungsstrang war insgesamt ein emotionales Auf und Ab. Bei Wests Familie fehlten zwischenzeitlich die Gefühle, was aber sehr verständlich erklärt wurde und man erfährt erst nach und nach, was wirklich vorgefallen ist. Richtig imponiert hat mich hier aber West selbst, der jeden hart verdienten Cent seinen Eltern schickt, damit sie ihre Farm erhalten können.

Fazit: 4,25/5⭐️

Dramatisch und emotional

*Rezensionsexemplar
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